Workshop "Arbeitstafel"

Aus Jens Rusch
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Workshop "Arbeitstafel"

Nach der feierlichen Übergabe an die Loge Lessing in Frankfurt am 5. Dezember 2012

In der unmittelbaren Nachkriegszeit formierten sich in Deutschland wieder Freimaurer-Logen. Oft musste mit einfachen Mitteln eine einfache Grund- ausstattung der Versammlungs- stätten geschaffen werden. Dazu gehörten die symbolträchtigen Arbeitstafeln, auch "Arbeitsteppich" oder "Tapis" genannt. Diese mit spezifischer Ikonographie und einer logischen Raumordnung gestalteten Tafeln sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer jeden Logenarbeit. Mittlerweile sind viele dieser Tafeln durch gewebte Teppiche ersetzt worden. Aber es gibt durchaus noch einige dieser Tafeln, die man aus Respekt vor den Gründern benutzt und pflegt.

Die hier gezeigte Arbeitstafel gehört der Loge "Lessing" in Frankfurt. Man sieht deutlich, wieviele Schritte die Farbe auf der groben Leinwand abgenutzt haben - das schöne Stück bedarf dringend einer Restaurierung. Entworfen und gemalt hatte es nach 1945 der Lessing-Logengründer Emil Selter.


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Als dann das geschichtsträchtige Original eintraf, bekam Jens Rusch Skrupel. Es beschlich ihn ein eigenartiger Respekt: "Ich hatte das Empfinden, ein Stück Geschichte zu verändern, Fußspuren zu vernichten, Bedeutung einfach zu übermalen ". Er teilte dem Logenmeister der Frankfurter Loge "Lessing" dieses mit, auch, daß das gute Stück seiner Meinung nach hinter Glas an die Wand der Loge oder in eines der Freimaurermuseen gehöre. Rusch beschloss, die Arbeitstafel völlig neu zu malen. Dieses zwar unverkennbar auf der Basis der Selter-Vorgabe, aber mit der Freiheit, seine eigene Handschrift mit einbringen zu dürfen: "Dazu bin ich wohl zu sehr Künstler und zu wenig Restaurator".


Das Aufspannen der Leinwand auf einen Keilrahmen.
Acryl-Untermalung
Lasuren und erste Höhungen
Lasuren und Höhungen

Siehe auch:


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Links zu weiteren Informationen


Ketteln und Lemniskate

Die Firma Knutzen in Brunsbüttel übernahm die sorgfältige Umnähung, das sogenannte "Ketteln".
Knutzen-Mitarbeiterin Frau Claudia Biller-Schael nähte die umrandende Kordel mit den sogenannten "Lemniskate"-Knoten, die an das unendliche Möbius-Band und die weltumspannende Bruderkette erinnern sollen, sorgfältigst von Hand um die bemalte Leinwand.

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