Naturreligion

Aus Jens Rusch
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This beautiful portrayal of Masonic imagery by Jens Rusch reveals not only his unique talent for art, it also shows his unique stylised versions of Masonic symbols such as the Caduceus. A truly wonderful piece of art.

David Harrison



"Naturreligion" Öl auf Leinwand 150 x 100 cm Privatbesitz
Dieses ist das vierte und abschließende Gemälde aus einem Zyklus, den der Künstler "Sinnsuche" nennt. Die vier Gemälde entstanden im Winter 2014 / 2015. Der musivische Fußboden und die drei Säulen lassen zwar auf freimaurerische Wurzeln schließen, aber der Inhalt ist sehr eklektischer Natur. Man erkennt die Fibonacci-Formel, die mathematisch inspirierte Spirale die zur "Golden ratio" führte auf der rechten Säule, der eine Metapher für die Entwicklung ästhetischen Empfindens gegenübersteht. Zum Nährboden der eigentümlichen Säulen gehört das "große Buch", aus dem eine Heilpflanze erwächst. Das ist für Jens Rusch aber nicht irgendeine Pflanze, sondern das sogenannte "Unsterblichkeitskraut" Jiaogulan, das er 2005 aus Thailand mitbrachte. Für ihn ist das Kraut ein unverzichtbarer Bestandteil seines Krebs-Überlebenskampfes. Die dritte Säule zeigt deshalb auch logischerweise den Heilsengel "Caduceus", der aus einer DNA erwächst, die sich nach oben trichterförmig öffnet. Die Natursäulen mit den Würgefeigen-Strukturen des Tempels von Angkhor What entsprechen seiner Vorstellung eines Freigärtner-Tempels. Aber das ist eine ganz andere Geschichte ...
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The scientist does not study nature because it is useful; he studies it because he delights in it, and he delights in it because it is beautiful. I mean that profounder beauty which comes from the harmonious order of the parts, and which a pure intelligence can grasp. ~ Henri Poincare

Naturreligion

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"Mein vorläufig letztes Gemälde aus dem Zyklus "Sinnsuche" wird primär von Naturreligion handeln. Auf einer der drei Säulen steht der "Heilsengel" als geflügelter Hermesstab, oder "Caduceus". Die beiden Schlangen entwickele ich aus einer DNA- Spirale, die sich nach oben öffnet."

Im Vordergrund liegt später eine Bibel, aus der unser hochgeschätztes "Jiaogulan" emporwächst. Die Bezeichnung „Unsterblichkeitskraut“ hatte für mich von Anfang an etwas überaus poetisches, es machte mir einfach Hoffnung. Nein, wirklich unsterblich, das wollte ich ja gar nicht werden – aber ein paar Jährchen dürften es gern noch sein. Zumindest, um die wichtigsten der noch ungemalten Bilder noch auf die Leinwand zu bringen. Diese poetische Übersetzung des Wortes „Jiaogulan“ scheint aber nicht nur für mich diese Ausstrahlung zu haben. Das erfahren wir immer wieder in Gesprächen mit Krebsbetroffenen oder gesundheitsbewußten Menschen. Dabei kennen durchaus auch andere Kulturen dieses Wort. Das altgriechische „Aezoon“ bedeutet „ewiges Leben“ und ist eine Umschreibung für ein Kraut, das der Volksmund auch „Moui“ nennt und Glaukos zugeschrieben wird. Der Sohn des Königs Minos, der durch den Genuss dieses Krautes unsterblich wurde, sei mittels dieses Krautes vom Tod auferstanden. Deshalb tauchen auch ihre Namen in der poetischen Beschreibung dieser Pflanze auf. Bekannt ist auch der Kräuterbezug, der zum Symbol der doppelhelix-artig gewundenen Schlange führte, das jede Apotheke im Logo führt.

Als der Sohn des Königs Minos verschwunden war, rief man das Medium Polyeidos. Dieser beobachtete den Flug der Vögel und fand den Jungen in einem riesigen Honigtopf. Er war beim Naschen darin ertrunken. Gegen seinen Willen wurde Polyeidos mit Glaukos in der Gruft eingesperrt, um ihm das Leben zurück zu geben. Als sich eine Schlange durch eine kleine Maueröffnung dem Leichnam näherte, erschlug Polyeidos diese mit einem Stein, denn er wollte, dass Glaukos die Unterwelt unversehrt erreiche.

Kaum hatte Polyeidos den Schock verwunden, kroch eine zweite Schlange in die Gruft. Als sie den toten Artgenossen bezüngelt hatte, kroch sie ins Freie zurück. Nach kurzer Zeit jedoch kam sie wieder, ein grünes Zweiglein im Schlangenmaul. Sobald sie das tote Tier damit berührte, kehrte das Leben in das Tier zurück. Polyeidos, der den Vorgang erstaunt verfolgt hatte, nahm das Kraut und berührte damit das Knäblein Glaukos. Dieser begann augenblicklich sich zu bewegen. Und so kehrte Glaukos ins Leben zurück. Dieser Mythos wurde zum richtungweisenden Symbol für Alchimisten, Kräuterheilkundler – und heute halt für Apotheker und Pharmazeuten. Wir wissen nicht, welches Kraut die Schlange brachte. Es könnte auch Jiaogulan gewesen sein – oder etwas ganz anderes.

Das Symbol steht seit Jahrhunderten für die unablässige Suche des Menschen nach Heilkräften, primär in der Natur und da soll mir eine poetische Sprache, ganz gleich, ob sie nun Nähe oder Distanz schafft, durchaus recht sein.

Auch als Aeskulapstab oder Merkurstab bekannt. Eines der ältesten und heiligsten Symbole (Mesopotamien ca. 3. Jahrtausend v. Ch.); zu finden als Sinnbild des Lebens in der Kunst der Sumerer oder in den Heiltempeln Hygeias und Panaceas, der Heilgöttinnen prä-hellenischen Griechenlands.

In der Alchemie Symbol für die Verbindung gegensätzlicher Kräfte wie Sonne und Mond, Tag und Nacht, Mann und Frau, etc. und eine mystische Vereinigung von Mikro- und Makrokosmos und damit eine Läuterung der Seele. Da sich die Schlangen jährlich häuten, erscheinen sie als Symbol der ständigen Selbsterneuerung des Lebens, der Heilkunst und des Arztberufs

The better we understand ourselves and our relationship to the world, the better we can meet the new normal that's emerging, the new world that's emerging all around us. ~ Gregg Braden - 'Science of Interconnection'