Galerie
Aus Jens Rusch
Das Schulgebäude stammt noch aus der Kaiserzeit und weist eine bröcklige Romantik auf. Es ist groß genug, um auch ein kleines weltliches Konzept zu ermöglichen: Im Erdgeschoss befindet sich die Galerie, in der Susanne Rusch das alleinige Regiment führt und deren Räume im Bedarfsfalle durch den Förderverein für Kulturarveit Lyra e.V. genutzt werden können. Im ersten Stock das Privatissimum, das paßwortgesichert und nur über Leibesvisitationen und das Ausfüllen dutzender von Kontrollformularen und Fragebögen betreten werden darf. Es stellt praktisch die Pufferzone zum Elfenbeinturm im Dachgeschoss dar, denn dort passieren Dinge, von der die Welt nichts wissen darf. Jens Rusch teilt sein Atelier mit dutzenden ebenfalls bedrohter Arten: Terrarien mit unscheinbaren Insekten, die ihre Schönheit erst bei näherer Betrachtung entfalten. Ist man aber einmal in ihrem Bann, dann ist die Welt in den unteren Geschossen bereits soweit entfernt, daß er gelassen und konzentriert an seine Arbeit gehen kann. Telefon und Internet gibt es hier nicht.

