Carmina Burana

Aus Jens Rusch
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Die Bruyere-Holzmappe der Edition Lanuza

Der Carmina-Burana Grafik-Zyklus

Malen mit Zuckertusche für die sogenannte "Aussprengtechnik" oder "Reservage".
"Tanzende Mönche" 10 x 15 Radierung und Aquatinta auf Bütten. Handgedruckt und signiert. Auflage limitiert auf 99 Exemplare. Preis: 80.- Euro

Im Jahre 2000 regte die spanische Edition Lanuza in der Künstlerstadt Altea an der Costa Blanca den norddeutschen Künstler Jens Rusch an, sich Gedanken über einen kleinen Radierzyklus zu machen. Thema sollte ein aufführbare und im Rahmen der UNESCO förderbare Carmina Burana- Inszenierung der regionalen Chöre sein. Als Foyer-Ausstellung sollte der Zyklus die Aufführungen begleiten. Nach Vorlage der ersten 6 Blätter war man jedoch derartig begeistert, daß man beschloss, den Umfang zu erweitern. Der Zyklus wuchs auf 20 Motive und die Edition ließ aufwendige Bruyere-Holzmappen anfertigen. Erste Präsentationen auf Kunstmessen ergaben Subscriptionsnachfragen. Dann erkrankte Jens Rusch lebensbedrohlich an Krebs. Eine der vermuteten Ursachen sah man in der Arbeit mit Säuren. Fast zwei Jahre mußte die Arbeit ruhen.

Erst im Jahrhundert-Sommer 2003 konnte er sich einen Arbeitsplatz unter freiem Himmel einrichten, in frischer Luft. Im vorangegangenen Winter hatte er sich die Themen inhaltlich erarbeitet und auch einige der Kupferplatten mit noch ungeätzten Stricharbeiten versehen. Nach ersten Teil-Präsentationen im Internet ergaben sich überraschende Nachfragen aus allen Teilen der Welt, wohl weil diese Illustrationen bislang die einzigen zu diesem Thema sind. Als Konzert-Plakate, CD-Cover und Illustrationen von Programmheften waren seine Motive plötzlich sehr begehrt. Anerkennung von Intendanten und Konzert-Managern bestätigen die inhaltlichen Aussagen der aufwendigen Radierungen. Inspiriert durch die Musik, und nur gelegentlich an Textinhalte gebunden, gestattete Rusch sich einen weit größeren interpretatorischen Freiraum als bei seinen vorangegangenen Illustrationen.


Publikationen und Programmhefte

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Ausstellungen

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Vor dem Palau der Miguel Hernandez-Universität / Altea

Lustig am Rande: bei der Vorführung im grandiosen "Palau" in Altea wurde zum 280köpfigen Chor ein Ballett aufgeführt. Die Choreografin war des Lateins entweder nicht mächtig oder überdrüssig und hatte sich bequemlichkeitshalber an meinen Grafiken orientiert. Nun tanzten also tatsächlich Mönche Can Can und Nonnen in Wabenstrümpfen ebenso. Ein betrunkener Mönch mit Bierkrug torkelte über die Bühne und auf eine große Leinwand wurden erotische Szenerien, naturgetreue Realbilder, meinen Radierungen nachgestellt, projeziert. Glücklicherweise wandte der katholische Kinderchor, der gerade absang, dieser Projektion den Rücken zu um auf das Publikum einzufisteln.

Carmina Burana begeisterte viele hundert Zuschauer

Die Carmina Burana war für die Sociedad Filarmónica Alteanense ein mutiges und großes Werk. Am vergangenen Wochenende standen denn über 280 Darsteller auf der Bühne des Palau Altea um mit Chor, Tanz, Video und Licht die Geschichte darzustellen um die Mönchsgesänge, die eigentlich keine sind. Hunderte Zuschauer kamen, das Palau Altea war fast ausverkauft, Mitglieder der SFA zahlten 30.-€, Nichtmitglieder 38.-€ um die ausgezeichnete Aufführung von Carl Orffs Carmina Burana aus dem Jahre 1937 zu sehen, gesungen vom Chor der SFA und dem Chor Navarro Reverter mit Javier Rubio als Bariton und Juana María de Toro als Sopranstimme. Beteiligt war außerdem das örtliche Konservatorium, die Banda der SFA, das Ballett aus Alcoy von Inma Cortes, das Video wurde bearbeitet von José Miguel Idígoras und die beiden Theatergruppen aus Altea, Albalateatre und Pla i Revés übernahmen die Bühnendarstellung. Begleitend wurde das Buch der Lanuza Ediciones vorgestellt, ein Kunstwerk aus Radierungen des deutschen Künstlers Jens Rusch und Texten aus dem Mittelalter des XIII Jahrhunderts, der Carmina Burana – ein großartiges Werk zu großem Preis – allein die Auszüge der Faximile Ausgaben sollen 200.-€ kosten. Jens Rusch stand Altea-Info zum Gespräch nach der Aufführung Rede und Antwort, erzählte von seiner Arbeit und seinen Eindrücken zur Carmina Burana Interpretation der SFA:

Pepe Lanuza kam mit der Idee einer Illustration zur Carmina Burana auf mich zu in 1995, als ich mein Atelier in Callosa d´En Sarriá hatte. Er wusste, dass die Carmina von Orff zu meiner Ateliermusik gehörte. Schnell waren wir überein gekommen, dass ich 6 Radierungen anfertigen könne, kostenfrei, um seine Idee des Buches über die Carmina Burana zu realisieren und zu bebildern. Danach war es eigentlich eine Spirale. Lanuza entwickelte die Idee immer weiter und größer, bis er mich bat, die doppelte Zahl an Radierungen zu erstellen. Das musste ich natürlich auch erst überdenken denn neben der kreativen Arbeit war auch das Handwerk zu erledigen und das Projekt in meine übrige Arbeit einzubinden. Nachdem ich in 2001 schwer erkrankte, ruhte das Projekt einige Zeit und es war für mich nicht klar, ob ich überhaupt wieder Radierungen arbeiten könnte.“

Die ätzenden Substanzen brachen Rusch zum Nachdenken, mehr zur Malerei hin tendierend sann er jedoch über Möglichkeiten, seiner eigentlichen Schaffenskunst, den Radierungen, erlernt bei Schlotter in Altea, die Treue zu halten. Schließlich fand Rusch Möglichkeiten, stark ventiliert zu arbeiten und auch die höchstgiftigen Substanzen durch verträglichere zu ersetzen. „Die tanzenden Mönche zum Beispiel sind in einer Technik erstellt, die durch ihren weichen Effekt zwar wunderschön ist, aber hochgiftig.

Eine solche Arbeit wird es von mir nie wieder geben.“ Einzelstücke allemal sind die Radierungen von Rusch zur Carmina Burana. Das Projekt aber beschäftigt ihn weiter: „Durch die ausgezeichnete semiprofessionelle Umsetzung der Carmina Burana hier in Altea nehme ich viele neue Ideen und Impulse mit nach Hause. Für mich war es ein Erlebnis, wie im Video und auch auf der Bühne meine eigene Interpretation der Carmina Burana Umsetzung fand. So waren Szenen, die bloßer Ausdruck meiner Gefühle zur Orffschen Musik waren, auf der Bühne verwirklicht. Der betrunkene Mönch ist in den lateinischen Texten nicht zu finden, eine reine Interpretation meinerseits zwischen Musik und überlieferten Texten, und auch das Fabelwesen hat ein Gesicht bekommen auf der Bühne, obgleich es meine Phantasie war. Schön zu erleben, dass diese meine Interpretation den anderen Künstlern ebenso nahe ging.“ Damit hat Rusch die Carmina Burana zwar nicht im Grunde verändert, gibt aber dem Gesamtwerk der SFA und Lanuzas als Organisator des Zusammenspiels von Ausstellung, Buch, Bühnenstück und Video einen sehr eigenen Touch. Rusch: „Inzwischen habe ich aus dem Aufführungswochenende wieder neue Impulse mitgenommen. Das Thema Carmina Burana ist für mich doch noch nicht abgeschlossen und so überlege ich, eine Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule UMH zu erlangen, einen Professorenaustausch, der es mir unter Umständen durch meine Lehrtätigkeit in Deutschland ermöglicht, im Austausch hier nach Altea zu kommen um das Thema dann in meiner Freizeit als Ölgemäldereihe wieder aufzunehmen.“ Man darf gespannt sein auf weitere Arbeiten von Jens Rusch, Altea weiter verbunden und mit der Carmina Burana verbandelt. Die Buchpräsentation mit den Texten in Valenciano, Englisch und Deutsch soll weitere Carmina Burana Aufführungen international begleiten und so auf dem Kunst- und Kennermarkt verbreitet werden. (C.-M. Frölich)

Plakate und Presse

Skizzen

Ramoncin - Laudatio

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Präsentation in Spanien

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