Rusch an Bosch

Aus Jens Rusch
Version vom 29. Dezember 2017, 11:00 Uhr von Jens (Diskussion | Beiträge) (Arbeitstitel "Rusch an Bosch")

Wechseln zu: Navigation, Suche
Bosch hat übrigens nie Radierungen gemacht. Da hielt ich es vor ca. 30 Jahren für an der Zeit.


Lieber Hieronymus

gestern habe ich wieder an Dich denken müssen, als ich eine dieser Star Wars-Kneipenszenen mit all seinen kosmischen Gästen ansah. Auch in "Valerian - die Stadt der tausend Planeten" laufen unzählige Wesen herum, die ihr Leben Dir und Deinen Zeitgenossen verdanken. Als Du diese Tür vor 500 Jahren öffnetes, hatte niemand außer Dir eine Vorstellung davon, was sich Dekaden nach meinem jetzigen Leben ereignen würde. Selbst unser gemeinsamer Freund in Figueras nicht. Wie konntest Du das nur erahnen? Ich schleppe tonnenweise Bücher über Deine angeblichen Inspirationen in einem schweren Tornister durch die Schützengräben meines Lebens. Fuchs hat versucht, Dir mit Drogen auf die Spur zu kommen und einen Weile war er Dir auch ziemlich heftig auf den Fersen. Leider hat er dann irgendwann Deine Spur verloren.


Arbeitstitel "Rusch an Bosch"

Thema:

Bosch hatte sich von einer auf Fantasie gegründeten Sehnsucht nach einem jenseitigen Paradies distanziert. Nichts-Tun, die naive Vermischung oder gar Gleichsetzung von menschlichen Körperteilen mit überdimensionalen Früchten, Akrobatik, soziales Schaulaufen und Langeweile wurden von Bosch ironisch ausgebreitet. Bosch zeigte also, wie leicht eine Sehnsucht vor allem eines werden kann: ein Spiegel der Kurzsichtigkeiten der Sehnsüchtigen. Und somit ist dieses Thema für mich zeitlos und zugleich hochaktuell.

"Es wäre unehrlich, nicht zuzugeben, dass uns Legionen bereits verstorbener Kollegen kritisch über die Schulter schauen, wenn wir an der Staffelei oder am Radiertisch sitzen." Horst Janssen.