Workshop Schenefeld 2

Aus Jens Rusch
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Der Hintergrund wird "geordnet", damit das Bild Tiefe erhält.
Hintergrund wird "geordnet"
Fast fertig. In den Bäumen fehlt noch etwas Laub, damit sie nicht zu krallenartig um die Kirche stehen und die Elemente müssen noch durch "Sfumato" zusammengezogen werden.
"Mit der Heimat im Herzen die Welt umfassen". Zitat von Gorch Fock.
Reisekutsche1.jpg

Thema "Vergangenheit"

Diese Gemälde-Trilogie entsteht im Auftrag der Landsparkasse Schenefeld und ist in die Elemente "Vergangenheit", "Gegenwart" und "Zukunft" gegliedert. Auf dieser Seite sehen Sie die Entstehung des Gemäldes im Format 140 x 100 cm von der Leinwandskizze bis zum Schlußfirnis.

Leinwandskizze

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Die Szenerie wird bestimmt durch die schöne Feldsteinkirche, zu deren überaus interessanter Geschichte Herr Reinhard Heesch historische Details beitrug. Das reifte im Künstler zur Idee, die Kirche unter einen schützenden "Glas-Dom" zu stellen. Erhaltenswert und aufwertend in einem zentralen, surrealen Bildelement. Um die Kirche bildete sich früher ein Viehmarkt. Historische Fotos aus der Sammlung von Dr. Karsten Nühs stellten das Ausgangsmaterial für die Skizzen.

Der "Mantelpinsel"

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Für die Skizzenarbeit benutzt Jens Rusch einen sogenannten "Mantelpinsel", der aus sehr langen Rotmarderhaaren besteht, die von einem kürzeren, depotbildenden Feenhaarbüschel stabilisiert werden. Damit wird die Acrylfarbe fast lasierend und bereits sehr malerisch auf die Leinwand eher "gezeichnet", als gemalt. Dadurch ensteht das eigentliche Bildgerüst.

Hintergrund

Zu diesem ohnehin bereits detailreichen Bildaufbau gesellten sich Bildideen und Wünsche, die eine drastische Ordnungs-Maßnahme erforderten. Hier wird zunächst der gesamte Hintergrund fast monochrom durch "kalte Farben" bestimmt. Tafelbild-Maler nennen das "wegdrücken", damit nicht alle Elemente gleichwertig im Vordergrund erscheinen.

Koffer und Kutsche

Mit Elfenbeinweiß in die nassen Mitteltöne, das nennt man "Halbtonmalerei" oder "Höhung". Der Kutschverkehr um Schenefeld spielte einst eine wichtige Rolle im ländlichen Bereich, in dem sich erst langsam eine Verkehrs-Infrastruktur entwickeln sollte. In den Farben der dargestellten Gesichter erkennt man einen Übergang vom Zitat zur Jetztzeit. Vielleicht erkennen sich ja einige der Abreisenden wieder, obwohl die Gesichter kaum größer als Daumennagel sind.

Viehmarkt 1

Ob die Schweine wirklich auf dem Kopfsteinpflaster frei herumliefen, lassen wir einmal offen. Kompositorische Freiheiten lassen eine leicht surreale Szenerie auch unterhalb des "Domes" entstehen. Das Bild beginnt, eine eigene Geschichte zu erzählen.


Viehmarkt 2

In dem kleinen Jungen, der ebenfalls aus dem Archiv von Dr. Nühs, also authentisch aus Schenefeld stammt, glaubte sich der Künstler fast selbst wieder zu erkennen. Genau so gekleidet war er als Bub umhergelaufen.


Kutschen

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"Mit der Heimat im Herzen die Welt umfassen", um einmal das gute alte Gorch Fock-Zitat zu bemühen - und die Vehikel hierfür waren wiederum die Postkutschen und Transport- und Reisekutschen. Wenn man sich einmal die Muster auf dem Rücken des "Welt-Ochsen" genauer betrachtet, wird auch eine metaphorische Entsprechung dafür finden, daß Heimat als Zentrum der Welt einen besonderen Sinn erhält.

Atelieraufnahme bei Kunstlicht - im Winter. Die Farben weichen etwas vom Original ab.