Seminar 2010

Aus Jens Rusch
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Siehe auch: Kurse und Seminare und Druckvorführung

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Ergebnisse

Von Hengameh Habib / BZ

Brunsbüttel – Über 800 Kilometer fahren, um an einem Kunst-Seminar im Norden teilzunehmen? Gundula Bär und Marlene Neumann (58) sind aus Süddeutschland nach Brunsbüttel gereist, um sich eine Woche lang ganz ihrem Hobby zu widmen. Marlene Neumann kommt aus Reutlingen und hat vor 20 Jahren die Kunst für sich entdeckt. „Ich habe mit Aquarell- Zeichnungen begonnen“, erinnert sich die Schwäbin. Vor vier Jahren hat sie dann umgesattelt und mit der Radierzeichnung begonnen. Spannend findet sie an dieser Technik, dass man am Anfang nie so genau weiß, was am Ende herauskommt. „Man hat etwas Bestimmtes im Kopf und am Ende ist das Ergebnis anders“, ist die 58-Jährige fasziniert. Mit Jens Rusch, der das Seminar zur Radierkunst anbietet, stand sie seit einer Kursteilnahme auf Spiekeroog vor vier Jahren in Kontakt, und als sie von dem Kursus hörte, hat sie sich sofort angemeldet. „Ich mag den Stil von Jens und finde ihn sympathisch.“ So waren auch die über sieben Stunden Fahrt nach Brunsbüttel für sie kein Problem: „Ich konnte meine Technik auffrischen, intensivieren und verbessern.“ Sollte Rusch im nächsten Jahr wieder einen Kursus anbieten, will sie erneut daran teilnehmen. Gemeinsam mit Marlene Neumann, die sie aus einem Kunstkursus kennt, ist Gundula Bär aus Tübingen in den Norden gekommen. „Die Zeichnerei war für mich immer so was wie ein Rettungsanker im Berufsleben“, sagt die ehemalige Lehrerin einer Berufsschule. Vor über 20 Jahren, da war Bär 40 Jahre alt, hat sie mit der Radierkunst begonnen. „Man lernt bei dieser Technik nie aus“, nennt sie den Grund. Der Weg aus Tübingen in die Schleusenstadt war ihr dafür nicht zu weit, denn eine Woche konzentriert zu arbeiten, sei schon etwas Besonderes. „Ich habe hier neue Techniken gelernt.“ Nicht ganz so weit in Ruschs Atelier hatte es Ingeborg Kirstein. Die 61-Jährige ist aus Wolfsburg gekommen. Für das Seminar hat sie eine Freundin angemeldet und ihr dabei vielleicht zu einer Karriere als Illustratorin verholfen. Jens Rusch erkennt bei ihr eine Begabung, die perfekt sei zur Illustration von Büchern. „Das sind besondere Momente, die nicht häufig vorkommen“, freut sich Rusch und macht sich auf, um seine Verlegerin anzurufen und ihr von dem bislang unentdeckten Talent zu erzählen. Die Radiertechnik liegt Rusch am Herzen, weil sie eine Kunst ist, die vom Aussterben bedroht ist. „Sie ist sehr langwierig und verlangt viel Geduld ab“, erklärt Rusch den Grund. Mit den Kursen möchte er versuchen die Kunst des Radierens am Leben zu erhalten, indem er sein Wissen weitergibt. Geheimnisse gibt es bei ihm nicht. Indes ist Ingeborg Kirstein so begeistert, dass sie völlig sprachlos ist. Vielleicht auch, weil gerade Rusch ihr Talent entdeckt hat, dessen Bilder sie faszinierend findet. „Er hat in seinen Bildern etwas Doppeldeutiges, das ist das Besondere“, findet Ingeborg Kirstein. Eigentlich hatte sie zu Beginn des Seminars etwas ganz anderes im Sinn. „Ich wollte eine Zeichnung machen, die den Betrachter schockt“, sagt sie und zeigt lächelnd auf ihr Endergebnis. Zu sehen ist eine Landschaft, im Vordergrund eine Schnecke,wenig schockierend. Gar keine Erfahrung besitzt Utz Oehler aus Hohenlokstedt. Der 74-Jährige hat sich in jungen Jahren zwar mit der Zeichnerei beschäftigt, die Radierkunst ist für ihn aber Neuland. „Im Beruf war für die Kunst keine Zeit mehr.“ Er besitzt einige Drucke von Rusch. Weil er über keinerlei Erfahrung verfügt, hat Oehler zunächst mit einem kleinen Bild angefangen: „Jens hat mir viel dabei geholfen.“ Und weil das ganz gut geklappt hat, probiert er sich nun an den Familienwappen. Die Teilnehmer sind begeistert von dem Seminar und empfehlen es weiter. Nicht ganz. Marlene Neumann: „Wenn ich das tue, kommen zu viele und dann ist kein Platz mehr für mich.“


Seminar-Ergebnisse Kursusteilnehmerin Renate Rönsch
Kursusteilnehmerin Ingeborg Kirstein

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