Requiem

Aus Jens Rusch
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"Requiem" Öl auf Leinwand 150 cm x 120 cm
Preis: 8400.- €


Requiem

Auch als Kunstdruck erhältlich.


Das großformatige Gemälde "Requiem" bildet gewissermaßen das Gegenstück zum Urknall-Opus "Creatio ex nihilo" mit dem Jens Rusch verschiedene Visionen einer fiktiven Entstehungsgeschichte darstellt. Alle diese Mythen und Phantasien sind letztlich menschgemacht, auch die Religionen.

Das Requiem zeigt anregende Phantasien, die durchaus auch als Inspirationen zur Eigeninterpretation gemeint sind. Wie die Menschheit sich im Dunkel ihrer Schöpfungsvorstellungen an der eigenen DNA emporhangelt, um in einer Orgie von Selbstzerstörungsmöglichkeiten aufzugehen bedarf heute kaum noch äußerer Anregungen.


Was bedeutet "Requiem" ?

Das Requiem bezeichnet sowohl die Liturgie der Heiligen Messe bei der Begräbnisfeier der katholischen Kirche als auch kirchenmusikalische Kompositionen für das Totengedenken. Er leitet sich vom ersten Wort des Introitus Requiem aeternam dona eis, Domine („Ewige Ruhe schenke ihnen, o Herr“) ab.

Während in der Zeit der Wiener Klassik das Requiem durchaus noch die Funktion einer musikalischen Begleitung des Gottesdienstes hatte (z.B. bei Antonio Salieri, Mozart, Luigi Cherubini), begann sich die Vertonung allmählich von kirchlichen Bindungen zu lösen. Bereits Hector Berlioz’ monumentales und großbesetztes Werk ist eher für den Konzertsaal konzipiert. Das Requiem des britischen Komponisten Andrew Lloyd Webber wurde im Jahre 1986 mit dem Grammy Award für die beste klassische zeitgenössische Komposition ausgezeichnet. Eine zeitgemäße, etwas nervige Version existiert auch von King Crimson. Weit besser war die Aufnahme aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Als Intonation für das Gemälde wäre diese wohl tauglicher.


"Untergangsvisionen? Muss ich nicht haben."

Die täglichen Nachrichten schüren latente Ängste in uns. Der kalte Krieg, atomares Wettrüsten und der Fallout (atomarer Niederschlag) auf der Kino-Leinwand („The Day After“) brachten in Deutschland reiche Angsthasen sogar dazu, sich private Bunker unters Gemüsebeet zu bauen. Vieles erscheint uns absurd. Aber betrachtet man generelle Degenerationserscheinungen, die sich im rücksichtslosen Umgang mit der Natur und miteinander, dann ist eine apokalyptische Tendenz unverkennbar.

Die Furcht vor Nukleartechnik und Krieg schlug sich selbst in der Pop-Musik nieder: Sting warnte vor „Oppenheimers deadly Toy“ (Robert Oppenheimer gilt als „Vater der Atombombe“) und die Band „Geier Sturzflug“ empfahl gar: „Besuchen Sie Europa, solange es noch steht“. Das mag lächerlich erscheinen. Schaut man sich die Gemetzel im religiösen Wahn jedoch einmal genauer an, dann kann man sich vielleicht gerade noch erklären, daß es in jeder menschgemachten Weltreligion eben auch Wahnsinnige und Sadisten geben mag, die hier intellektuell unterfüttert ihren barbarischen Trieben freien Lauf lassen mögen. Aber welche Garantie haben wir dafür, dass es eine einzige Denkrichtung gäbe, in der es auschließlich intelligente und friedfertige Protagonisten gibt.

Fertigt man eine Statistik durch die gesamte Weltgeschichte an, dann stellt man fest, dass es Abermillionen Tote gab, die primär durch religiös motivierte Auseinandersetzungen ihr Leben lassen müssen. Weit abgeschlagen benennt die Ursachenforschung politisch und wirtschaftlich motivierte Kriegshandlungen.


Siehe auch:

Antropozän

Wikipedia: das Antropozän


Der Ausdruck Anthropozän (zu altgriechisch ἄνθρωπος ánthropos, deutsch ‚Mensch‘ und καινός, deutsch ‚neu‘) ist ein Vorschlag zur Benennung einer neuen geochronologischen Epoche: nämlich des Zeitalters, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist.

Der Begriff wurde 2000 vom niederländischen Chemiker und Atmosphärenforscher Paul Crutzen gemeinsam mit Eugene Stoermer ins Spiel gebracht: Die beiden Wissenschaftler wollen damit ausdrücken, dass die Menschheit zu einem geologischen Faktor geworden sei. 2002 präzisierte Crutzen in einem Artikel in der renommierten Fachzeitschrift Nature den Begriff als eine „Geologie der Menschheit“. Er modifizierte damit einen Vorschlag des italienischen Geologen Antonio Stoppani, der bereits 1873 „Anthropozoische Ära“ beziehungsweise „Anthropozoikum“ als Bezeichnungen für ein neues Erdzeitalter vorgeschlagen hatte: „Eine neue tellurische Macht könne es an Kraft und Universalität mit den großen Gewalten der Natur aufnehmen“. Andere Wissenschaftler verwendeten auch den Begriff „Noosphäre“ oder Psychozoikum. Auch Hubert Markl verwendet 1995 in seiner Publikation Natur als Kulturaufgabe „Anthropozoikum“ als aktuellen Faunenschnitt für die alleinige Verantwortung des Menschen.

2008 fand die stratigraphische Kommission der Geological Society of London, der weltweit ältesten geowissenschaftlichen Vereinigung, überzeugende Argumente für die These, dass das als Holozän bezeichnete zwischeneiszeitliche Zeitalter mit stabilen Klimaverhältnissen an sein Ende gelangt und in einen stratigraphischen Abschnitt eingetreten sei, für den „in den letzten Millionen Jahren keine Entsprechung zu finden sei“. Hierbei spielen der Anstieg der Produktion von Treibhausgasen, die menschengemachten landschaftlichen Veränderungen, welche in ihrem Umfang derweil die natürliche jährliche Sedimentproduktion erheblich übertreffen, die Übersäuerung der Ozeane sowie die fortdauernde Vernichtung von Biota eine Rolle. Sie warnen davor, dass „die Kombination von Artensterben, weltweiter Artenwanderung und der verbreiteten Verdrängung natürlicher Vegetation durch landwirtschaftliche Monokulturen ein unmissverständliches biostratigraphisches Signal unserer Zeit darstellt. Diese Auswirkungen sind bleibend, da die zukünftige Entwicklung auf den überlebenden (und häufig anthropogen verschobenen) Beständen aufbaut.

Faunenschnitt

Seit längerer Zeit zeichnet sich die Möglichkeit eines weiteren, anthropogen bedingten Massenaussterbens ab. Wenn die aktuelle Aussterberate bestehen bleibt, würde diese Entwicklung laut verschiedenen Hochrechnungen zum nächsten und damit zum sechsten großen Massenaussterben führen. Ein direkter Vergleich des sich anbahnenden Massenaussterbens mit den in der Erdgeschichte aufgetretenen Ereignissen ist jedoch problematisch, da gegenwärtig überwiegend andere Ursachen und Mechanismen für den Rückgang der Artenvielfalt verantwortlich sind als in der geologischen Vergangenheit.

"Faunenschnitt" bei Wikipedia