Radier-Seminar 2012

Aus Jens Rusch
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die grosse Variationsbreite der Seminar-Ergebnisse mag belegen, wie sehr der individuellen Ausformung der technischen Vorgaben Raum gewährt wird. Alles geschieht völlig ohne Druck. Und das, obwohl es sich um Drucktechniken handelt ;-)
Seminar 2012

Aquatinta

Kupfer rein und blank wird zum Bild gezeichnet.

Das ist die Jugend.

Es wird geätzt in einem Säurebad zum Bild

Man wird erwachsen.

Die Farbe füllt die Linien, wird gefärbt

Man lernt die Liebe kennen.

Und so gepresst in das reine Papier

prägt er andere, spiegeln sich in ihnen.

Das ist Erfahrung.


Aber Vollendung erlangt der Mensch,

wenn er sich erneuert wieder und wieder

seine Schatten sucht

und durch Säure geätzt

durch die Helle in das Dunkel geht,

vollendet wird,

dass aus Kontur die letzte Form entsteht -

die Weisheit.


Wenn der Mensch sich in seinen Formen

zu verlieren scheint,

fügt ein geheimer Gott sie in Vollkommenheit

zusammen und presst sie zum letzten Bild -

Aquatinta.

So findet er sich in allen Farben wieder

und lehrt der Welt die Schönheit.

Karlheinz Lörner

Seminar-Teilnehmer in Gruppe B 2012



Aufbau: Die Galerie wird zum Seminar-Raum, aus Bühnen-Elementen werden Tische in optimaler Arbeitshöhe.
Vorbereitung: Säure ansetzen
Das Mischungsverhältnis kann man sich leicht merken: Raumvolumen 1 zu 1
Eine mitteltönig durch feinste Aquatinta vorgeätzte Kupferplatte wird "geschabt". Helle Partien und sanfteste Übergänge werden sorgfältig angelegt. Ein fast meditativer Arbeitsvorgang.
Ätzen und das Arbeiten mit Lösungsmitteln geschieht ausschließlich unter freiem Himmel. Dieser Arbeitsplatz ist völlig offen, aber dadurch leider auch windanfällig.
Geniale Idee: Proportionsskizze auf Transparentpapier direkt vom Laptop übertragen.
Jeder Druck muss neu eingefärbt werden. Lediglich die geätzte Motivplatte aus Kupfer ist dann immer die gleiche.

Ergebnisse Seminar 2012 Gruppe A

Ergebnisse Seminar 2012 Gruppe B

Rückblicke auf vorgehende Kurse

Basis-Kursus

  • Basis-Kursus Montag bis Freitag jeweils am Vormittag von 9 bis 12 Uhr
  • Der Basis-Kursus (Strichätzung, Aquatinta, Schabkunst, Strukturen) kostet 168.- €

Intensiv-Kursus

Der Intensiv-Kursus beinhaltet den Basis-Kursus an den Vormittagen plus Nachmittags-Unterricht von 15 bis 18 Uhr und kostet pauschal 320.- Euro. (Wie in den Vorjahren)


Freie Kombination

Kursusteilnehmer, die bereits den Basis-Kursus belegt haben und einzelne Nachmittage hinzu belegen möchten, zahlen hierfür je 35.- €

Andruck Katja Schröder. Farbradierung von drei Platten, milimetergenau im Passer!

Material

In den Gebühren sind Druckfarben, Wischgaze, Asphaltstaub und Verbrauchsmaterial für Reinigungszwecke und Trocknungsvorgänge enthalten.

Nicht enthalten sind: Pinsel und andere Werkzeuge wie Dreikanthohlschaber, Asphaltlack, Terpentinöl, Kupferplatten und Bütten.

Diese können mitgebracht oder teilweise im Atelier erworben werden.

Die Kupfertiefdruckwerkstatt ist mit einer hochwertigen Elektropresse ausgestattet.

Basis-Informationen

Vorhandene Kenntnisse der Radiertechnik können in diesem Aufbau-Kurs erweitert werden. Im passgenauen Mehrfarbendruck auf zwei oder drei Kupferplatten lassen sich über die weiche Ätzung der „malerischen Aquatinta“ beeindruckende Ergebnisse erzielen. Über die „geschabte Aquatinta“ lassen sich insbesondere anatomische Details sehr plastisch hervorheben. Raffinierte Techniken des Künstlers sorgen für vorzeigbare Werke, die, in kleiner Auflage produziert, als Präsente Freude machen.

Das Angebot richtet sich an Künstler aber auch an ambitionierte Autodidakten, da zu Beginn des Kurses die „einfache Strichätzung“ wiederholt wird.

Der Kursus beinhaltet zahlreiche Experimente und ein Universum an Strukturmöglichkeiten. Vorhandene Kenntnisse, selbst bereits erfahrener Künstler, können in diesen praktischen Übungen erweitert werden. Dazu gehören Marbles und das Arbeiten mit Fettkreiden und Lithostiften.



Seminar-Vorbereitung durch Rundbriefe

Rundbrief 1

Zunächst zu Euren Fragen:

Einige möchten in diesem Jahr Farbradierungen von zwei oder drei Platten anfertigen.

Das bedingt natürlich einen relativ langen Druckvorgang - der so organisiert werden muss, dass Wartezeiten an der Presse möglichst kurz gehalten werden. Hierfür werden wir in der Druckerei einen zusätzlichen, großen Druckvorbereitungstisch aufstellen. Sind die Platten einmal vorbereitet, geht der eigentliche Druckvorgang recht flott über die Bühne. Und jeder Vorgang bietet auch den Zuschauenden neue Erkentnisse. Generell sollte jede/r sich bemühen, den übrigen Teilnehmern über die Schulter zu schauen- Nichts ist zeiteffektiver und weniger frustrierend, als aus den Fehlern anderer zu lernen ;-)

Um unnötige Reinigungsprozesse und die Gefahr verschmutzter Büttenränder zu vermeiden, empfehle ich dringend, für die Farbradierungen einheitliche Formate zu verwenden.

Gerstäcker hat im aktuellen Katalog Kupferplatten 1mm halbhart walzblank im Format 15 x 20 cm
Bestellnummer 38702 auf Seite 988 für nur 4,82 € im Angebot.

Wer den Katalog nicht hat, kann entweder online bestellen: Gerstaecker oder dort den Katalog per Post bestellen.

Wer noch keinen Dreikant-Hohlschaber hat, kann den auf der Seite 989 finden.
Eigentlich benötigen wir lediglich die Schaberklinge, aber die erhält man kaum noch in Baumärkten oder Eisenwarenhandlungen.

Weitere Ratschläge:

Wer Fotos oder Montagen auf die Kupferplatte übertragen möchte, kann sich auf Seite 147 wachsfreies Saral-Transfer-Papier in der Farbe Schwarz besorgen und beliebiges Transparentpapier mitbringen. Ein DIN A4-Block mit 55 gr Papiergewicht genügt.

Zum Durchzeichnen empfehlen sich Fineliner in den Farben schwarz, blau und rot (zur besseren Arbeitsstandskontrolle). Es gibt verschiedene Marken. Ich empfehle Uni-Ball micro von Protech. (Mitsubishi-Pencil) oder faber.


Wer weiche Übergänge malen möchte, sollte an "Stupfpinsel" denken oder andere kurzhaarige, runde, weiche Pinsel. Ansonsten genügen die üblichen Pinsel in diversen Größen.

Denkt bitte daran: Es ist schwieriger, gute Ergebnisse mit schlechten Material zu erzielen.

Ich selbst benutze ausschließlich Rotmarderhaarpinsel für die malerische Aquatinta. (Lediglich bei rustikalen Strukturen empfehlen sich Borstenpinsel aus dem Baumarkt, denen man schon mal absichtlich einige Haare ausreissen darf ;-)

Lehrhefte

Für absolute Anfänger/innen:
Die Kurse werden begleitend unterstützt durch "Lehrhefte", die Jens Rusch als Step by Step-Arbeitsanleitung verfasst. Diese Workshops dokumentieren die Kursusinhalte visuell und sind daher sowohl für die intensive Vorbereitung, wie auch als Datensammlung der Kursusinhalte sehr nützlich. Siehe auch Lehrheft Farbradierung aus dem Deich-Verlag.

Anfahrt und Unterkunft

Hotels und Pensionen in Spaziergang-Nähe:

Facebook

  • facebook Seite für Fragen und Antworten zum Kursus.

Artikel BZ Seminar.jpg

Stupfpinsel
Dreikantschaber im Selbstbau. Man kann viel Geld sparen, wenn man sich die wichtigsten Instrumente selbst anfertigt. Die Dreikant-Klingen erhält man in der Eisenwarenhandlung oder mit etwas Glück im gut sortierten Baumarkt. Als Griffe taugen die Hefte von Linolschneidern oder Holzsticheln, aber ein Sektkorken tuts auch, oder eine Angel-Pose (Schwimmer) aus Kork. Mit diesen Schabern arbeitet man in Mezzotinto oder geschabter Aquatinta und kann besonders im Portrait oder generell in der Anatomie subtile, weiche Übergänge schaffen.

Radier-Bibel

Ein kleiner Service zur Einstimmung für meine Kursusteilnehmer.