Prosperos Bücher

Aus Jens Rusch
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Prospero´s Bücher

An exiled magician finds an opportunity for revenge against his enemies muted when his daughter and the son of his chief enemy fall in love in this uniquely structured retelling of the 'The Tempest'. Illustrated by Jens Rusch .



Sir John Gielgud

Jens Rusch sieht in dieser kleinen Serie auch eine Hommage an Sir John Gielgud.

Gielgud gilt als einer der bedeutendsten britischen Schauspieler des 20. Jahrhunderts. Der Absolvent der Royal Academy of Dramatic Arts (kurz Rada) in London spielte bereits 1930 das erste Mal Hamlet und galt neben Sir Laurence Olivier und Sir Alec Guinness als der bedeutendste Interpret der großen Rollen von William Shakespeare seiner Zeit. Früh führte er auch Regie und produzierte später auch Schallplattenfassungen von Theaterstücken, zum Beispiel Oscar Wildes Bunbury für die Columbia.

Gielgud gab sein Filmdebüt bereits 1924 und hat immer wieder den Weg zur Leinwand zurückgefunden und ebenso dem Kino Höhepunkte der Schauspielkunst geschenkt und dies bis zu seinem letzten Film aus dem Jahre 2000. So hatte jede Kinogeneration seit den 1930er Jahren ihren eigenen John-Gielgud-Höhepunkt: 1936 spielte er in Alfred Hitchcocks Geheimagent die Hauptrolle. 1953 war er der Cassius in Joseph L. Mankiewiczs Verfilmung von Shakespeares Julius Caesar. Er erhielt eine Oscar-Nominierung für die Rolle König Ludwigs VII. in der Verfilmung des Theaterstücks Becket von Jean Anouilh (1964). 1982 erhielt er einen Oscar für die Rolle des sarkastischen Butlers in der Komödie Arthur – Kein Kind von Traurigkeit. Der jüngeren Generation wird er sicherlich noch in Erinnerung sein als Klavierlehrer von David Helfgott in Shine 1996.

1953 wurde Gielgud anlässlich eines Klappenbesuchs strafrechtlich verurteilt. Die Öffentlichkeit hat ihn aber nicht deswegen abgelehnt, sondern er erhielt nach seinem nächsten Bühnenauftritt eine stehende Ovation. Dies half mit, die Entkriminalisierung der Homosexualität in England und Wales voranzutreiben. Im gleichen Jahr wurde er von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Sein 40 Jahre jüngerer, langjähriger Lebensgefährte Martin Hensler (1944–1999), den er in den 1960er Jahren bei einer Ausstellung in der Tate Gallery kennengelernt hatte, starb wenige Monate vor Sir John.

Für ein leicht morbides Geheimnis sorgt bis heute ein Brief von Gielgud an seinen Schauspielkollegen Stringer Davis (bekannt aus den Miss-Marple-Filmen), den dieser bei seinem Tode ungeöffnet in seiner Pyjamajacke trug. Der Brief wurde ungeöffnet mit Davis beerdigt. Über den Inhalt hat Gielgud bis zu seinem Tode Stillschweigen bewahrt.