Malerei-Seminar 2014

Aus Jens Rusch
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Das Malerei-Seminar 2015 findet in der Karwoche statt. Urlaubsplanung und rechtzeitiges Anmelden sollte hilfreich sein.




Nach 35 Jahren: Erstmals wieder ein Malkursus im Atelier von Jens Rusch


Die Teilnehmer seiner VHS-Kurse, so sie denn noch leben, werden sich erinnern: es war ein sehr emotionaler Abschied, als Jens Rusch 1979 nach Spanien ging, um selbst dort zu studieren. Nach seiner Rückkehr 1995 widmete er sich dann ausschließlich der eigenen Atelier-Tätigkeit und gab viele Jahre keine Kurse mehr.

Nach dem Erfolg seiner Radierkurse, die seit einigen Jahren in seiner Kupfertiefdruckwerkstatt stattfinden, soll nun im April in der Galerie Rusch erstmals wieder ein Ölmalerei-Seminar stattfinden. Die großzügigen Räumlichkeiten, das steuerbare Licht und natürlich das inzwischen enorme Fachwissen des "Lehrers Jens Rusch" lassen solche Workshops fast zwingend erscheinen. Und genau deshalb hatte Jens Rusch auch lange Bedenken, denn selbstverständlich sitzt er lieber an seiner eigenen Staffelei und bringt eigene Ideen auf die Leinwand. Was also war es, was bewirkte den Wandel und die Bereitschaft, Wissen weiter zu geben?

"Eigentlich war es eine logische Abfolge, die auf der Insel Spiekeroog begann. Man hatte mich gebeten, das geplante Künstlerhaus mit zu konzipieren. Ein Freundschaftsdienst, wenn man so will." Dann aber entpuppten sich die Kursusteilnehmer als weniger strapaziös, als er es von früheren VHS-Kursen kannte. Freundschaften entwickelten sich über die wenigen Jahre der Existenz des Künstlerhauses Spiekeroog. Durch den Beluga-Zusammenbruch fand auch dieses großartige und vielgelobte Projekt ein plötzliches Ende. Ehemalige Seminar-Teilnehmer regten dann eine Fortsetzung der Radier-Kurse in Brunsbüttel an.

Von diesen profitieren inzwischen längst die Gastgeber und Pensionen in der Umgebung der Galerie. Man schätzt die im Verhältnis zur Insel moderaten Preise und vor Allem den ausgesprochen ergebnisorientierten Unterricht. Teilnehmer kommen u.a. aus Reutlingen, Lübeck, Bremerhaven und Wolfsburg. Vom 14. bis zum 18. April können nun also erstmals auch Interessierte aus Dithmarschen und Steinburg am neuen Ölmalkursus teilnehmen.

In diesem einwöchigen Workshop wird man alles über die Vorbereitung einer Leinwand erfahren, eine oder mehrere Acryl-Skizzen und Strukturexperimente durchführen, um dann in die Lasur- oder Mitteltonmalerei eingeführt zu werden, die man von den Gemälden von Jens Rusch kennt. Diese beginnt vehement und wird dann von Schritt zu Schritt akribischer. Eine akademische Logik und Arbeits-Disziplin mindert in der Bildvorbereitungs-Phase keineswegs eine emotionale und zufällige Herangehensweise. "Tricks und Mätzchen" wird man allerdings vergeblich erwarten. Am Besten schaut man sich die Gemälde von Jens Rusch im Internet oder in der Brunsbütteler Galerie in der Schulstraße an, um zu sehen, was einen Kursusteilnehmer möglicherweise erwartet.

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Keilrahmen und Leinwand

Um einigen Nachfragen gerecht zu werden:

Ich werde Euch gern zeigen, wie man Keilrahmen selbst bespannt. Oft ist es sinnvoll, eine Leinwand zunächst unaufgespannt zu bearbeiten, beispielsweise, wenn man eine Skizze mit Bleistift darauf anfertigen möchte. Mit spitzem Stift würde man schnell die Leinwand durchstechen, wenn sie wie ein Trommelfell auf den Keilrahmen gespannt wurde.

Fertig bespannte Keilrahmen sind heute bereits sehr preiswert zu erhalten, aber die traditionelle Methode hat durchaus Vorteile.

Dafür benötigt Ihr dann einen Tacker und eine Spannzange, die Ihr mitbringen solltet.

Als Übungsformat reichen zunächst 40 x 50 cm - über 70 x 100 sollte man im Kursus nicht hinausgehen. Die Bilder sollen ja auch irgendwie nach Hause transportiert werden. Dafür ist es praktisch, immer zwei gleiche Formate anzufertigen, die man dann mit etwas Abstand - Gesicht an Gesicht - leicht zusammennagelt. dann zeigen nur die sauberen Rückseiten nach außen und man beschmutzt die Autositze nicht. Die Farbe wird dann nämlich bestimmt noch nicht trocken sein.

Habt keine Angst vor grober Leinwand. Solche Leinwandstrukturen bieten viele Vorteile, man kann sie als unregelmäßiges Raster für vehemente Übergänge nutzen.

Diese Ratschläge sollen Euch jedoch nicht davon abhalten, fertig bespannte Keilrahmen mitzubringen.


Diese Ölfarben werden benötigt:

An die bereits angemeldeten Kursusteilnehmer geht jetzt der erste Newsletter raus. Neben den Ratschlägen bezüglich der mitzubringenden Ölfarben, Pinsel etc. erhalten die Teilnehmer viele weitere nützliche Hinweise. Beispielsweise diesen Lasur-Code, den man auf den Tuben vieler qualitätsbewusster Hersteller finden kann:

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Bitte achten Sie beim Kauf von Ölfarben auf diesen Code. Er ermöglicht ein systematisches Herangehen an das Motiv ohne Kontrollverlust.

Die nachstehenden Grundfarben sollten Sie zum Seminar mitbringen. Hier verwenden wir die Farbbezeichnungen der Firma Schmincke es können aber auch ohne Weiteres andere Hersteller benutzt werden. In der Regel lassen sich alle Ölfarben problemlos untereinander mischen.

Titan-Deckweiß und zum Vorhöhen besonders geeignet: Elfenbein
Stil de grain brun zum "Brechen" anderer Farben
Vandyckbraun zum Aufdunkeln. Gibt es sowohl lasierend, wie auch deckend. Beide sind nützlich.
Delftblau gemeinsam mit "Stil de grain brun, sehr brauchbar für Mitteltongrundierung und indifferente Farbanlagen.

Diese vier Farben benötigen wir zum Brechen und Modellieren. Sie sind gewissermaßen unverzichtbar. Alle weiteren Töne wählen Sie bitte nach persönlicher Vorliebe und Geschmack aus. Als hilfreich erweist sich übrigens auch, wenn man zu einem lasierenden Farbton einen ähnlichen, aber deckenden Ton anschafft.

Trickreiche Zusatz-Ölfarben

Für Kursus-Teilnehmer, die es ganz genau wissen wollen, fügen wir hier einige zusätzliche Farben auf, die nicht unbedingt benötigt werden, aber doch sehr hilfreich sein können. Die Liste wird ergänzt.

  • Paynesgrau Zum Aufdunkeln, aber ungleich interessanter in Mischbereichen, als andere Schwarz-Töne
  • Sfumato Der lasierende Klassiker unter den wunderbar steuerbaren Schattenerzeugern

"Mussini" - Ölfarben sind sehr hochwertig, aber auch teuer. Zum Üben reichen die wesentlich preiswerteren "Akademie"-Farben völlig aus. Alle Farbqualitäten lassen sich untereinander mischen.

Dabei kann sich diese Farbmusterkarte als hilfreich erweisen.



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Solch ein einfacher "Malstock" verschafft Ihnen eine ruhige Hand bei Detailarbeiten an Ihrem Gemälde. Es gibt diese im Fachhandel, aber es ist auch nicht weiter schwierig, sich einen Rundstab im Baumarkt zu kaufen und einen Malstock selbst anzufertigen.

Eine Staffelei brauchen die Kursusteilnehmer nicht mitzubringen, es sei denn, man bevorzugt das Arbeiten mit einer Tischstaffelei.

Als "Malmittel" genügt zunächst einfaches Terpentinöl. Wer es gleich etwas besser machen möchte, besorgt sich "Balsam-Terpentin". Im Gegensatz zum einfachen Terpentinöl (Raffinerie-Produkt) ist es meist pflanzlicher Herkunft, riecht besser, und verursacht keine Kopfschmerzen. Zudem werden Trocknungsrisse vermieden, weil es geschmeidiger ist und die Farbbrillanz bleibt unverändert. Wer den Trocknungsprozess verzögern möchte, mischt etwas Leinöl hinzu.

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Skizze und Hintergrund


Die Motivwahl

Als Stilleben-Elemente halten wir eine große Auswahl an Büsten und Plastiken bereit. Eigene Ideen können mit mitgebrachten Stilleben-Elementen selbstverständlich ebenfalls umgesetzt werden.

Halbfertige und frustriert anheim gegebene Bilder, unbefriedigende Ergebnisse anderer Seminare (mit anderen Dozenten) dürfen NICHT mitgebracht werden !

Ziehen Sie ein Objekt, das Ihnen als Stilleben dienen könnte auf jeden Fall einem Foto vor! Sie würden sich sonst einer elementaren Seherfahrung berauben.


Der erste Schritt: Acryl-Skizze und Hintergrund

Für Ihre Skizze benötigen Sie lediglich einen Sepia-und einen Vandyck-Ton einer beliebigen Firma.

Mehrere Aquarell-Haarpinsel und ein Wassernapf mit Pinselhalter sind nützlich. (Aber nicht zwingend notwendig). Wer sich den teuren Luxus leisten mag: Großartig sind sogenannte "Mantel-Pinsel" für diese Arbeitsvorbereitung.


Mit Pinsel und Acrylfarbe wird der Hintergrund grob strukturiert. Strukturen können auf vielfältige Weise erzielt werden, wie man auf der nebenstehenden Abbildung bereits sieht. Die Kursusteilnehmer lernen in dieser Phase bereits viele oft recht private Ergebnisse von Jens Rusch kennen, die ihn zu einer sehr eigenen Arbeitsweise führten. Ungeübte Kursusteilnehmer/innen können sich bei der Erstbewältigung der drohend weißen Farbfläche der Leinwand sicher fühlen, denn mit jedem weiteren Schritt in Richtung Ölmalerei sind diese Schritte korrigierbar. Acrylfarbe ist wasserverdünnbar und trocknet sehr schnell. Wer mag, kann einen eigenen Föhn mitbringen, um diesen Prozess noch steuerbarer zu machen.



Der zweite Schritt: Die Untermalung

Mitteltöne und Hintergründe. Die Untermalung

Die von Jens Rusch angewandte "Mitteltonmalerei" basiert auf einer strikten Organisation der Ölfarben. Beginnend mit Lasurfarben bis hin zu halblasierenden Ölfarben, bleibt die Acrylskizze lange sichtbar und vermittelt ein Gefühl der Sicherheit. Falsch aufgesetzte oder probeweise angewandte Farben lassen sich mit einem Lappen schnell wieder entfernen, der Malprozess wird organischer. Der Hintergrund lässt sich leicht ordnen und die Farbperspektive gewinnt an Bedeutung.



Der köstliche Abschluss: Die Detailarbeit

Detailarbeit und "Modellieren"

Wer sich bis hier vorgearbeitet hat, wird nun belohnt.
Entweder geschmeidiges Höhen und Modellieren in die noch feuchte Mitteltonmalerei hinein, die nun soviel kompositorische Sicherheit bietet, dass die fast übermalte Acrylskizze verzichtbar wird. Lediglich sinnvoll gesetzte Strukturen werden noch genutzt. Aber auch deckende Ölfarben kommen jetzt zum Einsatz. Da all´ diese verschiedenen Ölfarben unterschiedlich matt oder glänzend trocknen, verwendet man später einen abschließenden Retuschierfirniss. Dieses und zahllose andere eigene Rezepturen verrät Jens Rusch in seinem Kursus- ein Notizbuch sollte dringend mitgebracht werden. Auch darf im Workshop fotografiert werden, um später über brauchbare Gedächtnis-Protokolle der eigenen Arbeitsschritte zu verfügen.


Gebühren

Basis-Kursus

Basis-Kursus Montag bis Freitag jeweils am Vormittag von 9 bis 12 Uhr
Der Basis-Kursus kostet 168.- €

Intensiv-Kursus

Der Intensiv-Kursus beinhaltet den Basis-Kursus an den Vormittagen plus Nachmittags-Unterricht von 15 bis 18 Uhr und kostet pauschal 320.- Euro.

Freie Kombination

Kursusteilnehmer, die bereits den Basis-Kursus belegt haben und einzelne Nachmittage hinzu belegen möchten, zahlen hierfür je 35.- €

Ergebnisse der Teilnehmer 2014

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Anfahrt und Unterkunft

Hotels und Pensionen in Spaziergang-Nähe:

Pressespiegel

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