Liebeskonzil

Aus Jens Rusch

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Dr. Richard Hiepe: "Oskar Panizza ? Eine weitere Leiche im Schrank der deutschen Kultur !" und:" Panizza hätte wohl genickt zu den Radierungen von Jens Rusch......"


Inhaltsverzeichnis

Aktuell

Als Oskar Panizza 1895 sein Liebeskonzil auf die Bühne brachte, konnte er nicht ahnen, daß sein Thema 100 Jahre später nichts an Aktualität eingebüßt hatte. Durch die Pandemie AIDS und die Reaktionen selbsternannter Bedenkenträger wurde der drohende Zeigefinger wieder gegen liberale Sexualgewohnheiten erhoben, ganz wie zu Panizzas Zeiten. Mutige Regisseure wie Werner Schroeter und Barbara Neureiter brachten jetzt das Stück wieder auf die Bühnenbretter, für das Oskar Panizza mit Festungshaft bestraft wurde, und im Irrenhaus endete. Und wieder wurde reagiert wie zu Panizzas Zeiten.

Zeichnungen


Radierungen

Jens Rusch fühlte sich beim Anfertigen der hier abgebildeten Radierungen in besonderer Weise einer Werktreue verpflichtet, die das Stück in drastischer Form in unsere Zeit transportiert. Da die Bilder bei oberflächlicher Betrachtung bisweilen Vorwürfe wie Blasphemie oder Pornographie provozieren, werden wir an dieser Stelle demnächst Originaltexte hinzufügen, damit der Inhalt des Liebeskonzils nachvollziehbarer und unmissverständlicher wird.

Inszenierung auf dem Bauernhof

Uwe Böttjer und Jens Rusch sollte es gelingen, Barbara Neureiter zu einer weiteren Inszenierung zu überreden: Diesmal auf dem Lande, auf dem Bauernhof von Wiebke und Lothar Köhler in Trennewurt. Über diese Veranstaltung wurde eine aufwendige Dokumentation mit Fotos von Sönke Dwenger und Illustrationen von Jens Rusch erstellt. Außerdem wurde eine Tagung mit kompetenten Wissenschaftlern in der Galerie "Zufriedenheit" im dithmarscher Gudendorf organisiert.

Das Scheunengebälk wurde zum Himmelsgewölbe, der Scheunenboden zum irdischen Auditorium, der Kuhstall wurde zur Hölle, weit vor BSE. In großen Fässern wurde Schwefel verkokelt und die Zuschauer mußten sich in wärmende Decken hüllen, die das rote Kreuz zur Verfügung gestellt hatte, weil sich die Scheune im Oktober nicht heizen ließ............

Links

Radierung 20 x 15 cm
Radierung 20 x 15 cm
" ein Stückchen Wollust muß man ihnen schon gönnen - sonst hängen sie sich am nächsten Baum auf....."
" ein Stückchen Wollust muß man ihnen schon gönnen - sonst hängen sie sich am nächsten Baum auf....."
Die mutige Regisseurin Barbara Neureiter und Jens Rusch im Cuneo auf der Hamburger Reeperbahn bei vorbereitenden Gesprächen für die Aufführung des Liebeskonzils auf einem dithmarscher Bauernhof in Trennewurth. Foto: Uwe Böttjer
Die mutige Regisseurin Barbara Neureiter und Jens Rusch im Cuneo auf der Hamburger Reeperbahn bei vorbereitenden Gesprächen für die Aufführung des Liebeskonzils auf einem dithmarscher Bauernhof in Trennewurth. Foto: Uwe Böttjer
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