Kurse und Seminare

Aus Jens Rusch
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Kursusteilnehmer erhalten als Teilnahmenachweis ein Zertifikat

Siehe auch: Radier-Seminar 2011 und Vortrag Farbradierung

Workshops auf dieser Heimseite

Unterricht
Konzentrierte Schabkorrektur


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Radierkurse

Wer gut zeichnen kann, ist für dieses Autodidakten-Seminar gut vorbereitet. Mitgebrachte Fotos, Aquarelle oder Zeichnungen können als Vorlagen dienen, nach denen mit einer einfachen Radiernadel zeichnerisch die Motive in die mit Ätzgrund bestrichene Kupferplatte geritzt werden. (Strichätzung) Ob für ein eigenes Exlibris, ein Portrait oder die Insellandschaft, der Dozent Jens Rusch vermittelt den Teilnehmern leicht umsetzbare Experten-Tricks. So kann zum Beispiel der Umgang mit einem Stückchen groben Schmirgelpapier oder einer Drahtbürste Sandstrukturen, Gräserlandschaften oder Reetdächer erschaffen. Die entstandene Strich-Zeichnung wird in einem Ätzbad durch ungefährliche Säure vertieft und dadurch druckfähig gemacht. Das spiegelverkehrt erscheinende Motiv wird rein oder mit einem künstlerischen „Lappenton“ in der Kupfertiefdruckwerkstatt auf verschiedene Büttenpapiere gedruckt. Nachträglich können weitere Variationen durch Kolorierung oder Aquarellierung erarbeitet werden.

Strichätzung

Die Strichätzung ist die bekannteste Form der eigentlichen Radierung. Ihr Erscheinungsbild kommt dem Kupferstich am Nächsten, zeigt aber dessen auf- und abschwellende "Taillen" nicht. Stattdessen ist der Strich sehr von der Nadelführung des Zeichners abhängig. Im Kursus beginnt fast jede Arbeit mit einer basisgebenden Strichätzung, weil sie dem Schüler Proportionssicherheit bietet.

Nadelarbeit und Schraffuren

Mit Radiernadel, Drahtbürsten, Rouletten und Mouletten, Sternrädern oder anderen Instrumenten wird der Schutzlack zeichnerisch "verletzt". An diesen Stellen ist die Kupferplatte ätzbar und der Strich teilt sich im Andruck als sichtbare Linie mit.

Aquatinta

Strukturen

Schon mit einfachsten Mittel, wie in diesem Beispiel mit einer kreisrunden Schablone und etwas Haushaltsaluminium können brauchbare Stempelstrukturen erzielt werden. Mit Asphaltlack und Asphaltstaub werden diese Strukturen ätzbar und also auch druckbar.


Beutelkorn

Umgekehrt können Partien auch durch Schablonen unterschiedlichster Art geschützt werden und mit Asphaltstaub entweder als Beutelkorn mit einem selbstgemachten Streuer oder im Staubkasten gleichmäßiger "bestäubt" werden. Angeschmolzen und geätzt ergeben sich auch hieraus subtile Strukturen, die in Kombinationen mit malerischer Aquatinta eine Radierung stark beleben können.

Vorhandene Kenntnisse der Radiertechnik können in diesem Aufbau-Kurs erweitert werden. Im passgenauen Mehrfarbendruck auf zwei oder drei Kupferplatten lassen sich über die weiche Ätzung der „malerischen Aquatinta“ beeindruckende Ergebnisse erzielen. Über die „geschabte Aquatinta“ lassen sich insbesondere anatomische Details sehr plastisch hervorheben. Raffinierte Techniken des Künstlers sorgen für vorzeigbare Werke, die, in kleiner Auflage produziert, als Präsente Freude machen. Das Angebot richtet sich an Künstler aber auch an ambitionierte Autodidakten, da zu Beginn des Kurses die „einfache Strichätzung“ wiederholt wird.

Der Kursus beinhaltet zahlreiche Experimente und ein Universum an Strukturmöglichkeiten. Vorhandene Kenntnisse, selbst bereits erfahrener Künstler, können in diesen praktischen Übungen erweitert werden. Dazu gehören Marbles und das Arbeiten mit Fettkreiden und Lithostiften.

So sieht die "Sudelkammer" im Brunsbütteler Radier-Atelier aus.
*A. Die Säure, in diesem Fall Eisen III Chlorid.
*B. Die Staubkammer, in der feiner Asphaltstaub fuer die nachfolgende "Aquatinta" mit einem Blasebalg aufgewirbelt wird.
*C. Eine Hängevorrichtung, damit der Staub von unten mit einer Gasflamme leicht "haftbar" gemacht werden kann.


Lehrhefte

Die Kurse werden begleitend unterstützt durch "Lehrhefte", die Jens Rusch als Step by Step-Arbeitsanleitung verfasst. Diese Workshops dokumentieren die Kursusinhalte visuell und sind daher sowohl für die intensive Vorbereitung, wie auch als Datensammlung der Kursusinhalte sehr nützlich. Siehe auch Lehrheft Farbradierung aus dem Deich-Verlag. Das nachstehende Zusammendtuck-Beispiel ist nur eines von vielen detailreich demonstrierten Vorgängen im Lehrheft Farbradierung.

Kurse im Kupfertiefdruck-Atelier

Kursusteilnehmer/innen

Die Kurse im Kupfertiefdruck-Atelier in Brunsbüttel finden unregelmäßig statt. Das liegt primär an der Atelier-Logistik des Künstlers, die vom eigenen Schaffen genau so geprägt wird, wie von Auftragsarbeiten und Ausstellungsorganisation.


Termine, Kosten, Anmeldungen

2010 findet das Radierseminar in der zweiten Julihäfte statt.

  • Kursus 1 findet vom 19.-23. Juli 2010 statt.
  • Kursus 2 findet vom 26.-30. Juli 2010 statt.
  • Basis-Kursus Montag bis Freitag jeweils am Vormittag von 9 bis 12 Uhr
  • Intensiv-Kursus (ideal für Studenten) Montag bis Freitag jeweils am Nachmittag von 15 bis 18 Uhr
Der Basis-Kursus (Strichätzung, Aquatinta, Schabkunst, Strukturen) kostet 168.- €
Der Intensiv-Kursus (zus. Mezzotinto, Vernis mou, geschabte Aquatinta) kostet 180.-€
Kursusteilnehmer, die beide Kurse innerhalb einer Woche belegen möchten, zahlen pauschal 320.- €
Kursusteilnehmer, die bereits den Basis-Kursus belegt haben und einzelne Nachmittage hinzu belegen möchten, zahlen hierfür je 35.- €


In den Gebühren sind Druckfarben, Wischgaze, Asphaltstaub und Verbrauchsmaterial für Reinigungszwecke und Trocknungsvorgänge enthalten.

Nicht enthalten sind: Pinsel und andere Werkzeuge wie Dreikanthohlschaber, Asphaltlack, Terpentinöl, Kupferplatten und Bütten.

Diese können mitgebracht oder teilweise im Atelier erworben werden.

Die Kupfertiefdruckwerkstatt ist mit einer hochwertigen Elektropresse ausgestattet.

Schülerarbeiten

Das, was der Künstler in diesen Kursen vermitteln kann, ist eine Sache. Was jedoch die Kursusteilnehmer/innen daraus machen, hängt oft sehr von den individuellen Neigungen und den eventuell bereits vorhandenen Erfahrungen ab. Dementsprechend sollten auch die Erwartungen an die eigenen Ergebnisse sich eher an den bisherigen eigenen Arbeiten orientieren, als denen anderer Kursusteilnehmer oder gar des Kursusleiters. Nachstehend erkennt man aber, daß ein gutes Gruppenklima durchaus positive Synergien bewirken kann. Zwangfreie Dialoge und ein definitiv nicht vorhandener Erfolgsdruck tragen hierzu sehr wesentlich bei. Nicht auch zuletzt die Generalanforderung des Künstlers: " Bitte macht Fehler! Aber mit der Bereitschaft, aus diesen zu lernen.." Deshalb sollten die Kursusteilnehmer/innen auch unbedingt Notizen oder Werkstattbücher bei sich führen, um unerwartete Ergebnisse rekonstruieren zu können. Frottee war ursprünglich auch nur ein Webfehler!

Anfahrt und Unterkunft

Hotels und Pensionen in Spaziergang-Nähe:

Links zu früheren Kursen

Aus den Kursen

Kollegiale Fachsimpeleien

Presse

Erstmals Radierseminar in Brunsbüttel

Der Radierer Jens Rusch ist in Norddeutschland eigentlich kein Unbekannter. Bundesweit kennen ihn jedoch eher eingeschränkt nur die Freunde der „Königin der Drucktechniken“. Unter diesen wird er wiederum eingeschränkt als ein konservativer, von mittelalterlichen Techniken faszinierter Mann geschätzt, der am liebsten mit alchimistischen Zutaten experimentiert. Keine gute Voraussetzung, um im aktuellen Kunstbetrieb wahrgenommen zu werden.

An den Kunsthochschulen wandern Tiefdruckpressen in die Keller und machen Platz für Medienräume. Zeiten ändern sich. Als Dozent im Künstlerhaus Spiekeroog baute Jens Rusch die dortigen Druckwerkstätten auf und machte Bekanntschaft mit Studenten und Professoren, die ebenfalls bedauerten, dass wertvolles Wissen verloren gehen könnte. In diesem Zusammenhang verfasste er das erste seiner „Lehrhefte“ zum Thema Farbradierung für den jungen Deich-Verlag, das sofort von großen Kunstmaterial-Verlagen wie Boesner und Gerstäcker aufgenommen und erfolgreich verkauft wurde. Im Zuge dieser Nachfrage wurde auch die Möglichkeit erwogen, erstmals spezielle Radierkurse im eigenen Atelier zu veranstalten – einem Areal, das normalerweise Gebietsschutz beanspruchen darf. Andererseits sind in diesen Räumen die technischen Voraussetzungen nahezu perfekt, denn schließlich entstanden hier auch die eigenen akribischen Arbeiten des Künstlers.

In der zweiten Julihälfte dieses Jahres ist es nun soweit, die ersten beiden Seminare finden vom 19. bis zum 30. Juli statt und wenn es nach den Visionen des Künstlers ginge, könnten die Erfahrungen dieser Wochen durchaus zu einem erweiterten Konzept führen, das auch für weitere Dozenten und Techniken einen Rahmen bieten könnte. Allerdings sind hierfür die Westküsten-Förderstrukturen eher dürftig. Beschränkt auf die eigenen Möglichkeiten sieht es positiver aus: Die erste Woche des Radier-Seminares ist bereits zur Hälfte ausgebucht.--Jens Rusch 10:52, 19. Jun. 2010 (UTC)