Genesis

Aus Jens Rusch
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemälde Öl auf Leinwand 180 x 110 cm Preis: 12 000 €

Ich versuchte, ihn zu finden am Kreuz der Christen, aber er war nicht dort. Ich ging zu den Tempeln der Hindus und zu den alten Pagoden, aber ich konnte nirgendwo eine Spur von ihm finden. Ich suchte ihn in den Bergen und Tälern, aber weder in der Höhe noch in der Tiefe sah ich mich imstande, ihn zu finden. Ich ging zur Kaaba in Mekka, aber dort war er auch nicht. Ich befragte die Gelehrten und Philosophen, aber er war jenseits ihres Verstehens. Ich prüfte mein Herz, und dort verweilte er, als ich ihn sah. Er ist nirgends sonst zu finden.

Mevlana Rumi


Es gibt ca. 1600 kleine und größere Religionen und noch zehnfach mehr Sekten und Theorien. Alle haben eines gemeinsam, wirklich alle: Sie wurden von Menschen ersonnen. Ausnahmslos. Nicht alle haben einen Alleinvertretungsanspruch und nicht alle ermorden Menschen, die anders denken. Überwiegend friedlich verstehen sie sich als ein Almanach an grundgütigen Verhaltensweisen oder besser "Verhaltensanweisungen". Sie reichen sich die Hand, sie konkurrieren und sie versuchen, einander zu missionieren oder auszulöschen. Gleichwohl scheint es ein elementares Bedürfnis in uns Menschen zu geben, etwas unerklärliches, aber spürbares in ein auf den ersten Blick rationales Konstrukt einzubinden. Das täte nicht zwingend Not, auch das lehren uns einige buddhistische Facetten des immergleichen Bedürfnisses nach Schutz oder Läuterung.

Wen wundert es da, dass sich ein phantasiebegabter Künstler auf die Suche nach einem völlig eigenständigen Weltentstehungs-Mythos macht. Nicht Anderen will er etwas erklären, sondern eigentlich nur sich selbst. Und er möchte vor Allem die Grenzen selbst bestimmen, die ihm ansonsten fortwährend von anderen Vordenkern gezogen wurden - und er möchte sie überwinden. Die Werkzeuge dafür sind ihm fast schon angewachsen, sind Bestandteil seiner Gene geworden. So wie andere Menschen Worte aneinander reihen, um ihr Weltbild zu erläutern, benutzt er Pinsel und Farben. Man kann seine Gedanken überlesen, übersehen kann man sie nun nicht mehr.

Header2.jpg

Skizzen und Zeichnungen als Vorarbeit

Arbeit an der Staffelei

Siehe auch

Links

Russells Teekanne (engl. Russell’s teapot) ist eine Analogie, die zum ersten Mal von Bertrand Russell (1872–1970) geprägt wurde, um die Idee anzufechten, dass es Aufgabe des Skeptikers sei, die Unfehlbarkeit der Religion zu widerlegen. Russell wandte seine Analogie im Kontext der Religion an. Er schrieb, wenn er ohne Beweis behaupten würde, dass eine Teekanne die Sonne irgendwo im Raum zwischen der Erde und dem Mars umkreist, konnte er nicht erwarten, dass jemand ihm glaubte, nur weil seine Behauptung unwiderlegbar ist. Russells Teekanne wird immer noch in Diskussionen über einen Gottesbeweis angeführt und hat Einfluss auf verschiedene Bereiche und Medien gehabt.

Ein Cargo-Kult (auch Cargokult oder Cargo-Cult) ist eine millenaristische, politische, religiöse Bewegung aus Melanesien. Die Gläubigen leben von der Erwartung der durch symbolische Ersatzhandlungen herbeigeführten Wiederkehr der Ahnen, die westliche Waren mit sich bringen sollen. Es gab und gibt verschiedene Cargo-Kulte.

Die Scheibenwelt (engl. Discworld) ist eine fiktive Welt und der Schauplatz zahlreicher bizarrer, humorvoller Romane des englischen Schriftstellers Terry Pratchett. Die Welt ruht auf den Rücken von vier Elefanten (Berilia, Tubul, Groß-T'Phon und Jerakeen), die wiederum auf dem Rücken der Sternen-Schildkröte Groß-A’Tuin stehen. Die durch den Weltraum „schwimmende“ Schildkröte ist ein von der indischen Mythologie inspiriertes Weltbild.

Auf den ersten Blick erscheinen die Scheibenwelt und ihre Bewohner wie normales, durchschnittliches Fantasy-Interieur: Hexen, Zauberer, Trolle, Zwerge und Magier. Tatsächlich aber persiflieren die Geschichten sowohl klassische Fantasy- und Science-Fiction-Motive wie auch viele Themen aus unserer Welt, die bei Pratchett die „Rundwelt“ heißt.

Immer wieder Thema ist unsere Art narrativen Denkens. Die Scheibenwelt ist ein Ort, an dem Geschichten, Allegorien und Metaphern real sind. Es gibt dort die Zahnfee, einen Weihnachtsmann, den „Schneevater“, und vor allem Hunderte Götter. Die Scheibenwelt lässt Dinge real werden, wenn man nur genügend an sie glaubt. Klassische Humor-Klischees, wie die rauchenden Stiefel, die stehen bleiben, wenn eine Explosion eine Person zerfetzt, oder das brennende Rad, das bei einer Kutschenexplosion unweigerlich aus den Trümmern rollt, werden ebenso thematisiert wie die berühmte Chance von Eins zu einer Million, die selbstverständlich zwingend eintreten muss.