Für Elise
Aus Jens Rusch
Zu dieser Zeichnung "Für Elise" ( Privatbesitz ) verfasste Dr. Günter Mahal spontan ein
Stegreifgedicht für seinen Freund Jens Rusch :
- Bitter klagend saß Elise
- ihre Augen tränenschwer,
- Auf der Notenblätterwiese,
- Ganz zerknäuelt habend diese,
- und dies nicht von ungefähr.
- Denn bereits Elisens Ahne,
- Alt, gehörlos, krumm die Hand,
- Sehnte sich nach einem Hahne,
- Der nicht auf der Wetterfahne,
- Vielmehr leiblich vor ihr stand.
- Familiäre Traditionen,
- Gockelsüchtig, rot der Kamm,
- Blieben in dem Hause wohnen,
- Täten keine Maid verschonen,
- Drückten ihr das Herz zusamm'.
- Und Elise war die letzte
- Aus dem Hahnensuchtgeschlecht.
- Ob sie auch die Lider netzte,
- Wenn sie manchen Herrn versetzte,
- Ihr war's wohl und ihr war's recht.
- Nur den Hahn wollt sie erringen
- Ganz für sich, samt Federkleid.
- Dann sie würde Lieder singen
- Und sich selbst zum Schwingen bringen...
- Ach, sie fiel in großes Leid !
- Denn Jens Rusch, der Hochradfahrer,
- Hat den Hahn nicht dezidiert
- Ihr, Elise, wodurch klarer
- Ihr und deshalb bitter-wahrer
- Wurde: sie ihr Lebensziel verliert.
- Gockelwürdig schien dem Rusche
- Günther Mahal und nicht sie.
- Äugend nach nem Fliederbusche,
- Der sie birgt in einem Husche,
- Sinkt Elise auf die Knie.
- Und sie knüllt die Partituren
- von Freund Ludwig Bahn um Bahn.
- Ihre Nachbarn dann erfuhren,
- Daß die Untat zeige Spuren
- Nicht von ihr, nein, von dem Hahn !
- So entstehen meist die Sagen
- Deren Ursprung dunkel blieb.
- Mahal jedenfalls kann klagen
- Keineswegs. Und froh den Kragen
- Kikrikiert er: das war lieb !
Dr. phil. habil. Günther Mahal leitete die Forschungsstelle FAUST
Kontakt:
mailto:schreiben.u.lesen@web.de

