Exlibris

Aus Jens Rusch

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Inhaltsverzeichnis

Bucheignerzeichen und Sammler

Ein Beispiel für die "Haustechnik", in der Jens Rusch Exlibris-Auftragsarbeiten für Sammler und Eigner habituell ausführt. Links sehen Sie die Strichätzung und rechts die darübergelegte malerische Aquatinta. Ist ein konkreterer Realismus gewünscht, wird die Aquatinta auch in Schabkunst verfeinert. Aus dem kleinen "Nibelungen-Zyklus", den Jens Rusch für Prof. Dr. W. Grebe ausführte.
Ein Beispiel für die "Haustechnik", in der Jens Rusch Exlibris-Auftragsarbeiten für Sammler und Eigner habituell ausführt. Links sehen Sie die Strichätzung und rechts die darübergelegte malerische Aquatinta. Ist ein konkreterer Realismus gewünscht, wird die Aquatinta auch in Schabkunst verfeinert. Aus dem kleinen "Nibelungen-Zyklus", den Jens Rusch für Prof. Dr. W. Grebe ausführte.
"Selbst mit Maske" Vernis Mou
"Selbst mit Maske" Vernis Mou
Für dieses Exlibris erhielt Jens Rusch die obige Auszeichnung der DEG.
Für dieses Exlibris erhielt Jens Rusch die obige Auszeichnung der DEG.
"Moulin Rouge" für Ingeborg und Klaus Renner. Die Aufgabenstellung war eine Weiterführung der leicht interpretationsübersteigerten "Tanzbilder", die wir einmal mit dem "Tango" mit dem morbiden Hintergrund für das Ehepaar Renner begonnen hatten. Als thematische Ergänzung war eignerseits eine Assoziation zum Thema "Moulin Rouge" gewünscht, wovon ich mich namensseitig sofort angesprochen fühlte. Wenn man Rusch heißt, reizt das Allitartionen dieser Art, war sogar schon einmal ein tatsächlicher Grund für einen Hörspielautor. Jan Gaspard benötigte für seine Serie "Offenbarung 23" ein reales Vorbild aus der Freimaurer-Szene und hatte mich dafür auserkoren. Da mir das Thema zu unvorteilhaft für die Freimaurerei ausfiel, bestand ich auf ein Anagram und daraus machte er dann einen Darsteller namens "Jean Rouge". Womit wir wieder beimThema wären.  Das Augenfälligste mag in diesem Exlibris das durch die Moulinflügel gebildete "X" des Wirtes eXlibris sein. (Ich mag das Wortspiel "Malente GremsMoulin" von Oliver Kalkofe) . Erst danach fixiert der puritanische Biedermann die Aufmerksamkeit und daß er dabei austauschbare Gesichtsausdrücke mit sich trägt, ist meine Metapher für die allgegenwärtige Doppelmoral. Sich an einer bildschönen Tänzerin zu erfreuen ist sicher nicht nur als Privileg männlicher Ästheten zu werten. Aber wer kennt nicht die Zitate, wonach dreiviertel der Playboy-Abonnenten das Heftchen primär wegen der hervorragenden Rezensionen und der intelligenten Interviews abonnieren. Das hier gezeigte Motiv ist spitzbübisch harmlos in Strichätzung und geschabter Aquatinta radiert. Würde man tiefer gründeln, wären Motive kinderschändender Bischöfe durchaus noch im Thema. Das Moulin Rouge ist als Mekka stubenreiner Exotik und bühnenreifer Erotik weltweit so bekannt, daß man in Las Vegas eine Replique erstellte. Spätestens dort wurde Doppelmoral dann gesellschaftsfähig. Das hört sich jetzt ein wenig moralisierend an - dabei ist das gewiss nicht mein Impetus, ich bin gemessen an den genannten Parametern ein eher unmoralischer Freigeist. Aber beim Spiel mit Metaphern krümmt das den Spannungsbogen, und das macht mir Spaß.  Jens Rusch
"Moulin Rouge" für Ingeborg und Klaus Renner.
Die Aufgabenstellung war eine Weiterführung der leicht interpretationsübersteigerten "Tanzbilder", die wir einmal mit dem "Tango" mit dem morbiden Hintergrund für das Ehepaar Renner begonnen hatten. Als thematische Ergänzung war eignerseits eine Assoziation zum Thema "Moulin Rouge" gewünscht, wovon ich mich namensseitig sofort angesprochen fühlte. Wenn man Rusch heißt, reizt das Allitartionen dieser Art, war sogar schon einmal ein tatsächlicher Grund für einen Hörspielautor. Jan Gaspard benötigte für seine Serie "Offenbarung 23" ein reales Vorbild aus der Freimaurer-Szene und hatte mich dafür auserkoren. Da mir das Thema zu unvorteilhaft für die Freimaurerei ausfiel, bestand ich auf ein Anagram und daraus machte er dann einen Darsteller namens "Jean Rouge". Womit wir wieder beimThema wären. Das Augenfälligste mag in diesem Exlibris das durch die Moulinflügel gebildete "X" des Wirtes eXlibris sein. (Ich mag das Wortspiel "Malente GremsMoulin" von Oliver Kalkofe) . Erst danach fixiert der puritanische Biedermann die Aufmerksamkeit und daß er dabei austauschbare Gesichtsausdrücke mit sich trägt, ist meine Metapher für die allgegenwärtige Doppelmoral. Sich an einer bildschönen Tänzerin zu erfreuen ist sicher nicht nur als Privileg männlicher Ästheten zu werten. Aber wer kennt nicht die Zitate, wonach dreiviertel der Playboy-Abonnenten das Heftchen primär wegen der hervorragenden Rezensionen und der intelligenten Interviews abonnieren. Das hier gezeigte Motiv ist spitzbübisch harmlos in Strichätzung und geschabter Aquatinta radiert. Würde man tiefer gründeln, wären Motive kinderschändender Bischöfe durchaus noch im Thema. Das Moulin Rouge ist als Mekka stubenreiner Exotik und bühnenreifer Erotik weltweit so bekannt, daß man in Las Vegas eine Replique erstellte. Spätestens dort wurde Doppelmoral dann gesellschaftsfähig. Das hört sich jetzt ein wenig moralisierend an - dabei ist das gewiss nicht mein Impetus, ich bin gemessen an den genannten Parametern ein eher unmoralischer Freigeist. Aber beim Spiel mit Metaphern krümmt das den Spannungsbogen, und das macht mir Spaß. Jens Rusch

Wird Jens Rusch nach seinem Beruf gefragt, antwortet er meist spontan mit: „Radierer.“ Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Er lebt an der deutschen Nordseeküste. Und so wie das Leben der Menschen dort vom ewig wiederkehrenden Rhythmus von Ebbe und der Flut bestimmt wird, so wird auch das Leben des Künstlers von diesem Pendelschlag bestimmt. Prof. Walter Sauer nannte das im Buch „Der illustrierte Schimmelreiter“ von Jens Rusch sehr komprimiert einen menetekelartigen Einfluss, der seine „Geopsyche“ geprägt habe. Rusch selbst versucht, darin seine Philosophie, sein Credo zu erkennen. In einem Vortrag für seine Mutterloge setzte er diese Prägung in Relation zum Yin und Yang und zum großen Evolutionskonzept von Leben und Sterben: „Schwarz und Weiß wie Tage und Nächte“. In seiner Arbeit wechseln in einem ähnlichen Pendelschlag die riesigen Leinwandformate und großen Radier-Zyklen mit dem winzigen Exlibris-Format in unsteter Folge.

Zyklen wie die 20 Radierungen zur Carmina Burana können ihn dann schon einmal zwei Jahre fixieren. Bei seinen radierten Faust-Illustrationen waren es sogar vier Jahre, denn Rusch beschäftigt sich ungern nur mit der Oberfläche der Dinge. Er möchte, seinem eigenen Anspruch entsprechend, auch die Inhalte unter der Oberfläche zum Ausdruck bringen. Diese Prägung verdankt er unauslöschlich seinem Lehrer und langjährigen Mentor Prof. Eberhard Schlotter: „Illustration muss immer auch Illumination sein – sonst können Sie Kinderbücher bebildern“.

In wenigen seiner Exlibris wird diesem Anspruch explizit Rechnung getragen und das eigentliche Vermögen des Künstlers abgefordert. Die Nibelungen-Serie für Prof. Dr. Grebe ist dafür ein positives Beispiel. Der Regelfall sieht jedoch anders aus und allzu häufig ist Exlibris-Auftraggebern eher daran gelegen, das handwerkliche Geschick des Künstlers lediglich für die eigenen Bildvorstellungen zu instrumentalisieren.. Je nach wirtschaftlicher Situation erlaubt sich der Künstler in solchen Fällen, Aufträge abzulehnen oder auf den Stapel der auf Realisierung wartenden Grafik-Aufträge zu legen.

Für die Selbstverwirklichungsansprüche der Eigner bietet er bisweilen im Rahmen seiner Dozentur im Künstlerhaus auf der Nordseeinsel Spiekeroog spezielle Exlibris-Kurse an. Dieser Umstand wurde im Mitteilungsblatt der Deutschen Exlibris-Gesellschaft hart kritisiert, weil der gut besuchte Exlibris-Kursus den Eignern mit einem umstrittenen Preis-Beispiel offeriert wurde. Akzeptable, aber von den Kursusteilnehmern selbst gestaltete Exlibris zu Tausch-Zwecken in Relation zu teuren, von arrivierten Künstlern gestalteten Auftrags-Exlibris zu stellen, war sicher waghalsig formuliert. Das eigentliche Lindenblatt im Drachenblut dürfte aber der Umstand gewesen sein, dass mit dieser Ankündigung ein Schlaglicht auf eine bei Tagungen häufig zu beobachtende Gepflogenheit geworfen wurde: Die sehr subjektive qualitative Differenzierung der tauschbaren Exlibris. Hochwertiges wird dabei zumeist „unter dem Tisch“ gehandelt, was dazu führt, dass der sichtbare Tauschstandard immer mehr verflacht.

Die weit entwickelten Haustechniken des Radierers Jens Rusch umfassen zwar alle bekannten technischen Manieren, haben aber zu einer Spezialisierung im Bereich der Schabkunst geführt. Neben der klassischen Mezzotinto bevorzugt er dabei eine Kombination der geschabten Aquatinta mit der von seinem Lehrer entwickelten „weichen Ätzung“.


Da sich im Laufe der Jahre der Anspruch auf Alleinstellungsmerkmale in der eigenen Arbeit entwickelte und auch die Malerei auf der großen Leinwand einen gewissen Progress durchlebte, finden sich in jüngeren Arbeiten zunehmend auch malerische Arbeitsweisen. Als „Peintre Graveur“ wird er sicherlich nicht in die Radiergeschichte eingehen, denn immer wieder bemüht er sich auch , dem genannten Pendelschlag entsprechend, um eine Reduktion auf zeichnerische Elemente. In seinem Radier-Zyklus „Evolution“ wird eines seiner Vorbilder, Anders Zorn, erkennbar.

Sind in seinen frühen Radierungen noch experimentelle Verfahren wie die sogenannte „Pinselätzung“ mit hochkonzentrierter Salpetersäure zu finden, so fehlen diese nach seiner Krebserkrankung im Jahre 2001 völlig. Sein Artikel „Gesundheitsrisiko Radierwerkstatt“ wurde von der DEG veröffentlicht und verursachte eine Flut besorgter Nachfragen von Berufskollegen.

Auch diese Erkenntnisse schlagen sich in seiner neu publizierten Serie von radiertechnischen Lehrheften nieder. Das erste Lehrheft „Farbradierung“ ist im Gerstäcker-Verlag erschienen und soll durch weitere Step-by-Step-Anleitungen nicht nur seinen Kursusteilnehmern und Workshop-Teilnehmern dienlich sein, sondern auch seinen Berufskollegen. Freimütig gibt er eine Fülle seiner „Werkstattgeheimnisse“ in ausführlich bebilderten Workshops preis, zu denen oft auch kuriose Anwendungen gehören. Die Erzielung von Strukturen mittels Ohrenschmalz und Nasenfett dürfte nur in wenigen Lehrbücher einen Niederschlag gefunden haben, bei Rusch gehören solche Hilfsmittel zum Repertoire.

Werkstattberichte dieser Art findet man auch in seinem Buch „Aus den Büchern“, das in Deutschland vom Verlag Claus Wittal vertrieben wird.

Mit diesem ausgesprochen umfassenden Instrumentarium ist er zwar in der Lage, mühelos jeder Thematik zu entsprechen, aber nicht jedeAufgabenstellung erfüllt ihn mit der gleichen Hingabe. Der besonders umfassende Sammlerbereich „ex eroticis“ wurde sicherlich von den meisten Künstlern akribisch bedient, aber in vorauseilendem Taktgefühl am allerwenigsten publiziert. Die Eigner mit der Vorliebe für dieses Genre stellen jedoch für Rusch die stabilste Klientel dar. In seiner Opusliste sind aber auf ausdrücklichen Eigner-Wunsch die meisten dieser Exlibris gar nicht enthalten. In seinem zuvor genannten Buch ist diesem Genre das Kapitel „ Karl May und Dolly Buster im gemeinsamen Säurebad“ gewidmet.

Fast allen Zyklen und Themen seines Werkverzeichnisses hat Jens Rusch eigene Homepages gewidmet, die er selbst erstellt. Seine eigene Exlibris-Sammelleidenschaft hat er auf ein einziges Thema reduziert: Freimaurer-Exlibris. Da dieses Genre fast ausschließlich in englischsprachigen Ländern zu finden ist, hat diese Einschränkung zwar zu einer besseren Übersichtlichkeit geführt, aber auch zu einem hohen Spannungsgewinn.


Eigner und Portraits

Themenwünsche und Sammlerneigung

"Barbarossa" für Dr. W. Grebe
"Barbarossa" für Dr. W. Grebe

Nibelungen

Strichzustand
Strichzustand

Auftrag: Prof. Dr. W. Grebe

Kleine Zyklen wie diese 4 Miniaturen zum Nibelungenlied entsprechen sowohl den Neigungen des Eigners, wie auch des Künstlers selbst. In der "Mime"-Szene (oben) und zur der Szene zum Drachentod sehen Sie auf dieser Seite neben dem fertigen Exlibris auch die Vorstufe des ersten Zustandes. Das ist in aller Regel die Strichätzung bevor die Aquatinta in malerischer Manier oder als geschabte Aquatinta hinzukommt. Oft auch kombiniert. Danach kann die fertige Druckplatte in verschiedensten Variationen gedruckt werden, wie die Szene "Siegfrieds Tod" anschaulich zeigt. Dieser Aufwand ist relativ gering und verleiht dem Exlibris eine erhöhte Variationsbreite, denn kaum zwei Abzüge gleichen sich so.

Hypothetische Begegnungsstätten

Exlibris-Eigner Wolf-Dieter Krüger wünschte sich die Portraits Goethes und Arno Schmidts an Orten, an denen sie sich hätten begegnen können - wenn sie denn zur gleiche Zeit gelebt hätten. Die Personen wurden von Jens Rusch sogar in der Altersphase dargestellt, in der sie die entsprechenden Orte besucht haben.

Hausgötter und Idole


Literaten


Techniken und Preise

"Haustechnik"

Die Kosten für ein Standard-Exlibris im Format ca. 15 x 10 cm in der "Haustechnik" des Künstlers in Strichätzung und malerischer Aquatinta belaufen sich je nach Gestaltungswunsch auf ca. 800.- Euro. Dieser Preis beinhaltet 50 Handabzüge auf Bütten 300 gr numeriert und handsigniert.

Jeder weitere Handabzug kostet dann nur noch 8.- Euro.

Strichätzung

Ein Exlibris in Strichätzung kostet lediglich 750.- Euro, ebenfalls mit 50 Handabzügen.


Alle Preise verstehen sich "vor" der gesetzlich festgesetzten Mehrwertsteuer, denn für diese kann der Künstler nichts.

Vernis mou

Ein Exlibris in Vernis mou kostet 850.- Euro, ebenfalls mit 50 Handabzügen.

Strichätzung und geschabte Aquatinta

Ein Exlibris in Strichätzung und geschabter Aquatinta (die realistischste Variante) kostet 900.- Euro, ebenfalls mit 50 Handabzügen.

Motive aus dem Werk von Jens Rusch

Wählt ein Auftraggeber ein Motiv aus dem Werkverzeichnis von Jens Rusch, erhält er einen Rabatt von 10 % unabhängig von der gewählten Technik.

Workshop

Ein kleiner Exkurs durch die Standardtechniken der Kupfertiefdruckwerkstatt am Beispiel eines Exlibris, das Jens Rusch für Bernhard von Oberg als bescheidenen Dank für die gelungene Laudatio fertigt.

Erotika

Opus-Liste

Internationale Kurzbezeichnungen C1 = Stahlstich C2 = Kupferstich C3 = Radierung / Strichätzung C4 = KaltNadelRadierung C5 = Aquatinta C6 = Vernis mou C7 = Mezzotinto C8 = Reservage C9 = geschabte Aquatinta

Links

Persönliche Werkzeuge