Chemotherapie

Aus Jens Rusch
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Die Diagnose

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Das Gemälde "Chemotherapie" entstand mit mehr Herzblut, als mit Ölfarbe. Es handelt von Ängsten nach einer Krebsdiagnose. Das Labyrinth der auf den Krebs-Betroffenen einstürmenden hatte Jens Rusch bereits unmittelbar nach seiner eigenen Diagnose in einfachen Objekten auszudrücken versucht.(Rechts) Insgesamt befand er diese jedoch als unbefriedigend, denn die tatsächliche Lebenspanik war weit größer. Es gibt Tagebuchaufzeichnungen aus dieser Zeit, die man unter "Jiaogulan - Vom Höllenritt zur Unsterblichkeit" nachlesen kann. Diese kleinen Modelle standen als Erinnerungsstücke viele Jahre in seinem Atelier. Mahnend und auffordernd. Erst während der Corona-Pandemie in häuslicher Isolation und als er anlässlich seiner Retrospektive zum 70ten Geburtstag viel Zeit für eine Reflektion hatte, reifte der Entschluss, die wichtigsten Empfindungen zu einem Gemälde zu verdichten.

Im Zentrum steht eine kleine Figurengruppe, die unterschiedliche Reaktionen auf eine Person darstellen, die gerade die erschütternde Diagnose "Krebs" erhielt und sich nun in einem emotionalen Strudel befindet. Einige Personen wenden sich ratlos ab, sind vielleicht erschrocken. Diese hilflose Situation kennen viele aus eigener Erfahrung. Ratlosigkeit ist die primäre Erfahrung nach einer Krebsdiagnose, danach folgen apokalyptische Ängste und Visionen.

Der labyrinthische Strudel soll dieses versinnbildlichen. Aber eine Person reicht dem Betroffenen die Hand. Jens Rusch prägte in seinen späteren Charity-Aktionen und den Krebsinformations-Strategien den Satz "Wir haben Krebs". Niemand hat diese fatale Krankheit allein, immer sind Freunde und Familie erheblich mitbetroffen.

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Am Horizont tauchen bedrohlichste Feindbilder auf, die Warlords. Diese Kriegsherren foltern ihre Gefangenen grausam zu Tode. Darüber hat Rusch in seiner Biographie eine Szene verfasst. Die Angst vor schmerzhaften Therapien begleiten die Anamnese des Künstlers, er weiß, wovon er berichtet. Über Allem die grausamste aller Krebstherapien: Die Chemotherapie. Nicht wenige Patienten sterben an ebendieser Therapie und nicht am Krebs. Das jedenfalls erfährt, wer sich im Internet auf eigene Faust bemüht, sachkundig Informationen zu sammeln. Aber diese Chemotherapie ist oft die einzige Lösung gegen unerreichbare, nicht zu entfernende Tumore. Entscheidungen, Zwiespältigkeiten, Widersprüche, der Patient muss Entscheidungen treffen, für die ihm weder Erfahrung noch Sachkenntnis fehlen. Er liest von Missbrauch, von der Macht der Pharma-Konzerne, von den Herstellern von Zytostatika - das Alles trägt weiter zu seiner Verunsicherung bei und erschwert die Therapie.

Er sucht eigene Lösungen, Auswege, findet aber auch hier ganz ähnliche, etablierte Strukturen. Scharlatanerie, Betrug mit nutzlosen, "alternativen Heilmitteln". Dieser Kosmos ist fast noch größer und lebensbedrohender, als der erstgenannte.

Aber manchmal gelingt die Flucht aus diesem Teufelskreis. Das verkörpert der bunte Krebs, der rechts unten einem Ausweg zustrebt. Hier hat das Labyrinth fast die Anmutung von Behandlungszimmern, so als hätte sich der Betroffene auf einen Konsens eingelassen, der ihn zur Genesung führen könnte.

Das Alles sind Emotionen, die Jens Rusch seit seiner eigenen Therapie mit sich herumschleppt. Und so macht er das, was er seit vielen Jahren macht: Er gibt die dunklen Gedanken an seine Leinwand ab. Man muss es nicht als Kunst empfinden, aber Therapie ist es führ ihn ganz gewiss.

Charity

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Noch während der Entstehungsgeschichte dieses Gemäldes entstand in den sozialen Medien die Idee eines Charity Samplers.

Zahlreiche Metal-Bands boten spontan ihre Unterstützung an. Der Reinerlös sollte, wenn dieser Metal-Sampler zustande käme, der ebenfalls von Jens Rusch initiierten Aktion STARK gegen KREBS zugute kommen.

Zunächst werden zur Zeit die Möglichkeiten sortiert und Kontakte festgehalten. Danach müssen Produktionskosten evaluiert werden, eventuell über eine Spendenaktion finanziert. Danach muss die Produktion in fachkundige Hände gelegt werden. Hierzu wird Jens Rusch Hilfe benötigen, denn das ist nicht sein eigentliches Metier.



Workshop

Siehe auch