Ausstellung Probstei Museum Schönberg

Aus Jens Rusch
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Beamer-Vortrag: "Die Kraft der Bilder"

Freitag 7. Oktober 2011, 11:15 Uhr

Dieses ist lediglich die kurzgefasste YouTube-Version des Beamer Vortrages von Jens Rusch. In diesem erläutert er, wie ihm seine ganz ureigene "Maltherapie" bei der Bewältigung seiner Krebs-Erkrankung geholfen hat. Den Beamer-Vortrag selbst nennt er "Powerpoint-Karaoke".

Ausstellung "Hinter die Dinge"

Jens Rusch: Hinter die Dinge
Malerei - Grafik - Bronze

Mit dieser Ausstellung präsentiert das Probstei Museum Schönberg die Arbeiten eines vielseitigen und betriebsamen Künstlers aus dem norddeutschen Raum. Jens Rusch ist nicht nur durch seine Schimmelreiter Illustrationen bekannt, sondern besticht in seinen Arbeiten durch eine ausgeprägte Visualisierungskraft seiner oft hintersinnigen Vorstellungen, die er mittels unterschiedlicher Techniken umsetzt; so zählen ausgereifte Stilleben in Öl ebenso zu seinem künstlerischen Repertoire wie skurrile und surreale Darstellungen meist als Druckgrafik oder subtile plastische Gebilde in Bronze. Darüber hinaus ist er bekannt geworden durch ein vielfältiges soziales und kulturelles Engagement, wie etwa die Erfindung der Wattolümpiade.

Links

Probstei Museum Schönberg

Vortrag

Bildvortrag: Jens Rusch: „Kraft der Bilder“ am 29.09.11 um 19:30 Uhr.

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Laudatio

Bernhard von Oberg


Jens Rusch – Hinter die Dinge

Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen? Dies nämlich dann sogar und vielleicht eben dann, wenn nur und allein das Menschenwesen es ist, dessen Vergangenheit in Rede und Frage steht: dies Rätselwesen, das unser eigenes, natürlich-lusthaftes und übernatürlich-elendes Dasein in sich schließt und dessen Geheimnis sehr begreiflicherweise das A und das O all unsres Redens und Fragens bildet, allem Reden Bedrängtheit und Feuer, allem Fragen seine Inständigkeit verleiht.

Hinter die Dinge

Da denn nun gerade geschieht es, dass, je tiefer man schürft, je weiter hinab in die Unterwelt des Vergangenen man dringt und tastet, die Anfangsgründe des Menschlichen, seiner Geschichte, seiner Gesittung sich als gänzlich unlotbar erweisen und vor unserem Senkblei, zu welcher abenteuerlichen Zeitenlänge wir seine Schnur auch abspulen, immer wieder und weiter ins Bodenlose zurückweichen.

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Hinter die Dinge

Zutreffend aber heißt es hier „wieder und weiter“; denn mit unserer Forscherangelegentlichkeit treibt das Unerforschliche eine Art von foppendem Spiel: es bietet ihr Scheinhalte und Wegesziele, hinter denen, wenn sie erreicht sind, neue Vergangenheitsstrecken sich auftun, wie es dem Küstengänger ergeht, der des Wanderns kein Ende findet, weil hinter jeder lehmigen Dünenkulisse, die er erstrebte, neue Weiten zu neuen Vorgebirgen vorwärts locken.


Jens Rusch

Meine sehr verehrten Damen und Herren, Jens Rusch , Sohn eines Dithmarscher Krabbenfischers, ist ein Küstengänger, einer der gerne und stets „hinter die Dinge“ schaut und andere an seinen Visionen teilhaben lässt.

Bereits 1972 sprach er in seinem allerersten Prospekt einer Ausstellung in Berlin Kreuzberg vom „Ausloten der Brunnen am Wegesrand“. So, wie Sekundärliteratur dem Leser hilft, einen Text zu vertiefen, möchte er, Rusch, mit seinen Bildern das Sichtbare vertiefen, mailte mir Jens vor einigen Tagen und verwies dabei auf das Beispiel Wacken, wo er nicht wegen der Musik auf der Bühne aufschlug, sondern um die soziale Enklave zu studieren. In dieser Mail outet sich mein Freund Jens als „Seismograph“ .

Der Seismograph einer Erdbebenwarte verzeichnet Ausschläge. Und – wie wir alle wissen – ist die Richterskala, mit der Erdbeben gemessen werden, nach oben hin so offen wie der Brunnen der Vergangenheit tief ist.

Sie sehen, das Arbeitsgebiet von Jens Rusch lässt sich nicht einmal mit magischen Siebenmeilenstiefeln abschreiten.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Kunst, Freund Jens,

das Besondere an einem Leuchtturm ist nicht das Lichtbündel, das er durch eine Linse Richtung Meer wirft. Wichtig ist auch die Dunkelheit, die jedem Lichtblitz folgt. Erst der Rhythmus von Lichtblitz und Dunkelheit ergeben jene Kennung, die dem Navigator zeigt, welches Leuchtfeuer er vor sich hat und wo er sich gerade befindet. Die Mischung machte es. Jeder Leuchtturm hat seine Kennung, seinen Fingerabdruck. Das eine bleibt im Dunkeln. Das andere tritt ins Licht!

Lassen Sie uns gemeinsam hier und heute im Probsteimuseum Schönberg „hinter die Dinge“ schauen nach der Kennung von Jens Rusch.

Jens Rusch, der Küstenwanderer, Jens Rusch, der Farbenflüsterer, Jens Rusch, der Mensch.

Gestern vor genau 50 Jahren wurde die Berliner Mauer hochgezogen. Einige von Ihnen erinnern sich an jenen Augusttag im Hochsommer? Die Betonung liegt nicht auf Mauer, sie liegt auf Hochsommer. August – Hochsommer – Telefonzelle – zwei Groschen… Erinnern Sie sich?

Königin und König besprechen den nächsten Zug.

Sie sehen, bereits in einem einfachen Satz ist so manches Ding verborgen.

Es nieselt, regnet und stürmt, und das bei Temperaturen, die wir eigentlich aus anderen Monaten kennen. Wir befinden uns mitten drin im Klimawandel. Es ist bestes Museumsbesuchswetter. Freuen wir uns? Freuen wir uns!

Mein Name ist Bernhard von Oberg. Wäre unser Jens Rusch eines jener Bücher, die der Schwerkraft folgend, dem schiefen Turm von Pisa entfallen, wäre ich gewissermaßen der Klappentext. Klappentexte sind kurz gehalten. Wäre das nicht so, wäre ja der Klappentext das Buch, oder?

Eine Bevorwortung soll Appetit machen, Appetit auf Rusch, Hunger auf Meer.

Rusch, Kant und die Hühnersuppe.

Rusch, Kant und die Hühnersuppe? Sie stutzen und fragen sich: Was haben der Rusch, der Kant und die Hühnersuppe gemein?

Nun, „Rusch, Kant und die Hühnersuppe“ ist meine Kirrung. Sollte der eine Jäger oder die andere Jägerin unter Ihnen sein, ist Ihnen der Begriff der Kirrung nicht fremd. Kirren heißt anfüttern. Bei der Jagd arbeiten wir mit Mais, im Probsteimuseum nehme ich „Rusch, Kant und die Hühnersuppe“.

Ich weiß nicht mehr, wann es war, aber ist schon eine ganze Weile her, da besuchte ich Jens Rusch im alten Brunsbütteler Schulhaus. Dieses Schulhaus liegt an der Schulstraße. Eine Klingel, die das Schulende anzeigt, gibt es dort nicht mehr. Deswegen muss der Besucher – das Gleiche gilt für die Besucherin – sehr viel Zeit mitbringen, wenn er sich mit Jens Rusch zum Klönschnack trifft, um einen tiefen Blick „hinter die Dinge“ zu wagen.

Für das Schulhaus an der Schulstraße trifft genau das zu, was wir vom Rathaus kennen: Wir kommen schlauer raus, als wir es betreten haben.

Ich saß also mit Jens in einem seiner Arbeitszimmer auf einer sehr kommodigen Couch, umgeben von Büchern und Büchern und Büchern, Buddistischen Gebetsmühlen und anderen beredten Gegenständen, an denen jeder Bühnenbildner seine helle Freude gehabt hätte. Das Thema war: Erinnere dich an deinen Traum. Blick hinter die Dinge!

Jens Rusch gab mir – im übertragenen Sinn – den Schlüssel dazu in die Hand. Natürlich würde ich, wenn es soweit wäre, meinen eigenen Schlüssel nehmen. Den nimmst du sagte er, stellst einen Blechteller neben einen Sessel und versuchst auf dem Sessel halb sitzend, Schlüsselhand über dem Teller, einzuschlafen. Sobald der Traum kommt, öffnet sich die Hand. Es scheppert. Du wirst wach und du siehst hinter die Dinge.

Ganz praktisch, nicht wahr?

Aber Sie erfahren an diesem kleinen Beispiel eine Menge über den Künstler. Kommunikation ist für ihn ungeheuer wichtig.

Sie erinnern sich. Ich sprach eingangs vom Rätselwesen, das unser eigenes, natürlich-lusthaftes und übernatürlich-elendes Dasein in sich schließt und dessen Geheimnis sehr begreiflicherweise das A und das O all unsres Redens und Fragens bildet, allem Reden Bedrängtheit und Feuer, allem Fragen seine Inständigkeit verleiht.

Übrigens: Diesen Satz habe ich mir von Thomas Mann ausgeliehen. Sie können ihn Revue passieren lassen bei „Die Geschichten Jaakobs“, Stichwort „Höllenfahrt“.

Rusch, Kant und die Hühnersuppe

Jens Rusch ist ein ernsthafter Sucher. Fragen Sie ihn. Er wird Sie fragen.

„Was liegt den Dingen voraus und zugrunde?“ „Was liegt den Dingen voraus und zugrunde“ lautet die zentrale Frage bei Kants Transzendentalphilosophie. Sie sehen hier die gemeinsame Schnittmenge von Jens Rusch und Immanuel Kant. Aber es gibt noch einen weiteren Komplex, der bei Kant das operationale Geschäft von Jens Rusch tangiert.

Lange vor der Hirnforschung vertrat Kant die Ansicht, der Mensch verfügt über ein genetisch verankertes Vorwissen:

Menschen wissen von Natur aus, was ein Kreis, ein Rechteck oder ein Dreieck ist. Der Mensch kann geometrische Formen unterscheiden.

Kant: Was liegt den Dingen voraus und zugrunde? Rusch: Hinter die Dinge Ergo: Schon Kant hat geruscht!

Bevor ich zur Hühnersuppe und Sie näher an Ihr verdientes Mittagessen kommen, liebe Ausstellungsgäste und –gastgeber, gestatten Sie mir einen kleinen Exkurs zu den Radierungen, Bronzen und Ölbildern, zur Ausstellung eben.

Hier sehen Sie Arbeiten von Jens Rusch, die zwischen Orient und Okzident entstanden sind, an Nord- und Ostsee, plein air gemalt mit den Norddeutschen Realisten wie Möltenort, die Dünen und den Windwuchs von Spiekerort oder im Atelier wie so manches Stilleben.

Die Atelierfenster unter dem Dach der alten Schule, das müssen Sie wissen, besitzen eine magische Besonderheit. Warum, weiß ich nicht, ich bin Soziologe und kein Physiker. Das Licht bricht sich in diesen Atelierfenstern wie in Bernstein.

Sie erinnern sich an Jurassik Park, die Geschichte mit dem Insekt im alten Baumharz, aus dem dann Saurier wieder belebt werden konnten und für viel Spannung sorgten. Dieses Stück Bernstein löste einen regelrechten Run auf Urzeittiere aus. Saurier waren plötzlich allgegenwärtig und Namen wie Archäopterix oder Tyrannosaurus den Kindern bereits geläufig wie Eis und Schokolade.

Spielberg hat es verfilmt, alle haben es gesehen – sie sahen hinter die Dinge -, waren begeistert und … Sie und ich sind Zeitzeugen dieser Geschichte.

Die Stilleben von Jens Rusch sind auch eine Art Inklusen! Bernstein-Inklusen und Rusch-Inklusen. Stellen Sie sich ruhig fünf Minuten vor den Murmelkasten. Es ist noch früh am Tag. Lassen Sie das alte Spielzeug aus der Zeit, als wir noch in kurzen Hosen zur Telefonzelle liefen, auf sich wirken.

Blicken Sie hinter die digitalen Dinge in die analoge Welt. Das entspannt. Das verführt zum Träumen.

Lassen Sie sich ein auf Rusch und mit Rusch. Folgen Sie seinem Senkblei.

Das Probsteimuseum ist nicht der Louvre von Paris. Hier können Sie alle Originale kaufen. Da ist jeder Euro gut angelegt.

Reden wir über Geschäfte Liebe Freunde, unser Jens Rusch liebt Insekten, in Öl, als Grafik und – das bezeuge ich – in echt. Die Kerfe begleiten ihn während seines ganzen Künstlerlebens. Noch hat man keinen nach ihm benannt.

Es war Pastor Eddi Huhn, der mir verriet, Jens Rusch habe nicht nur gewöhnliche Kerfe gemahlt, wie wir sie in jedem Biologiebuch finden, nein, er hat den Kampfschmetterling entdeckt und für die Nachwelt festgehalten.

Als Laudator zu Jens 60. Geburtstag wagte ich den Vergleich zwischen dem malenden Geburtstagskind und dem boxenden Champion, dessen Ringmotto lautete „Float like a butterfly, sting like a bee“ zu deutsch „schweben wie ein Schmetterling, stechen wie eine Biene“, ein Kampfschmetterling eben.

Am 14. Juli diesen Jahres berichtete die Süddeutsche Zeitung im Wirtschaftsteil :

Im Ring hat Muhammed Ali seine Kontrahenten reihenweise k.o. geschlagen. Jetzt hat er einen neuen Gegner – allerdings nicht im Boxring, sondern vor Gericht. Ali verklagt eine kanadische Firma, die mit seinem Zitat wirbt: „Schweb wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene“. Der kanadische online-Buchhändler, der mit diesem Slogan in einer Anzeige für E-Reader wirbt, hat schlechte Karten; hatte sich doch Ali Enterprises diesen und andere Sprüche bereits vor Jahren patentrechtlich sichern lassen. Geschäft ist Geschäft.

Wer ein Original bei Rusch erwirbt – ob Murmelkasten oder Käferstudie – bekommt keine Post von Patent- oder Staatsanwälten.

Apropos Staatsanwalt

Stichwort Schimmelreiter

Hier gilt: Wie das Bild, so das Land. Es gilt auch: Wie der Schimmel, so der Reiter, ein Teufelskerl. Mit Tjark Nagel im Sattel hat Rusch ein wahrhafter Teufelsreiter Modell gesessen, wobei der Maler selbst auch zum Modell wurde.

Der Künstler hatte mit Zeichenbrett und Stift in den Händen, den in vollem Galopp auf dem Deich sich nähernden Gaul plus Reiter mit wenigen Strichen aufs Papier gebannt – unter den Augen der Kamera.

Wenige Tage nach dem Dreh kam prompt die Anzeige vom Deich- und Sielverband. Denn Reiten auf dem Deich, zumal schneller Galopp, wie in der Szene, ist streng verboten. Das hätten alle beteiligten Dithmarscher einschließlich Tjark Nagel eigentlich wissen müssen. Nur der Regisseur Wilfried Hauke wusste es nicht und dachte, das gehört zum Schimmelreiterland einfach dazu.

Insofern hat Jens Rusch nicht nur einen Schimmel gezeichnet, sondern zugleich das Dokument einer Straftat hergestellt.

Dieses „Corpus delicti“ gehört als Besonderheit eigentlich ins Kriminalmuseum nach Schleswig, nicht wahr.

Übrigens: Das Reiten auf dem Deich wird je nach Gangart des Pferdes mit einem zweistelligen Bußgeld geahndet. Je schneller, desto teurer.

„Yasak“ ist türkisch. „Yasak“ heißt „verboten“. Karl May ist „yasak“. Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht, sagt der Volksmund. Was der Türke nicht kennt, das gibt es nicht, sagt Ankara. Und da es nach den Vorstellungen des stolzen Mannes am Bosporus im 21. Jahrhundert kein Kurdistan gibt, sind alle, die das Wort „Kurdistan“ in Wort oder Schrift gebrauchen nach Meinung der Türkei „Terroristen“. Das ist ein guter Grund. Der vor 99 Jahren in Radebeul verstorbene sächsische Reiseschriftsteller steht in der Türkei aus gutem Grund auf dem Index. Als geistiger Vater „des Sohnes der Deutschen“ oder „Kara Ben Nemsi“ ließ sich der May 1896 in dessen Verkleidung ablichten. Ein wirklich stolzer Mann. 100 Jahre später, 1996, zierte die Exlibris-Radierung des Brunsbütteler Künstlers Jens Rusch mit der Darstellung „Kara Ben Nemsi“ das aktuelle Heft der Karl-May-Gesellschaft. Ein wirklich stolzer Mann. Es ist nicht geklärt, ob der norddeutsche May-Freund und –Kupferstecher mit seiner gelungenen Arbeit nun zu jenem terroristischen Umfeld gezählt werden muss, in das die türkischen Kulturwächter unlängst Karl May eingruppiert haben – oder zumindest seinen Nachlass. Jens Rusch yasak?

Wenn Sie den Rusch kaufen – was Sie hier im Probsteimuseum sehen, ist nur ein Bruchteil seines immensen künstlerischen Lebenswerkes – nehmen Sie ihn nicht mit an den Bosporus.

Und nun endlich zur Hühnersuppe.

Als Monsieur Duchamps zum Sanitärhändler ging, ein Urinal kaufte und signierte, war das Ready-Made geboren. Was hier zählte war nicht der Verwendungszweck, sondern die künstlerische Idee.

Unlängst traf ich das 5000-Liter-Suppenhuhn, meine Damen und Herren. Ich traf es nicht persönlich, sondern einen mikroskopisch kleinen Teil dieses Huhns, verborgen in einer Tüte Hühnersuppe.

Hätte ich das komplette Suppenhuhn – natürlich ohne Knochen – sehen wollen, hätte ich so viele Tüten Hühnersuppe kaufen müssen, um mir daraus 5.000 Liter Hühnersuppe kochen zu können.

Das wollte ich nicht.

Erinnern Sie sich an das Ausstellungsthema?

Hinter die Dinge!

Es war der Verbraucherschutz der hinter die Dinge – in diesem Fall in die Tüte – geschaut hat.

Wenn Firmen auf der Verpackung mit guten Zutaten werben, ist das keine Garantie, dass das Produkt diese auch ausreichend enthält. Sie nicken!

Als mündiger Verbraucher gehen Sie den Dingen selbstverständlich auf den Grund und lassen sich keine Margarine als Butter andrehen. Das ist Ihr gutes Recht.

Wenn Sie gleich oder nachher in einem Restaurant zu Tisch sitzen, studieren Sie die Speisekarte sorgfältig und sagen dem Ober Bescheid, wenn da was in der Küche nicht gestimmt hat.

Hinter die Dinge

Verwenden Sie bitte die gleiche Sorgfalt und Aufmerksamkeit für den Dialog mit der Kunst des Dithmarscher Farbenflüsterers Jens Rusch. Er ist in voller Lebensgröße hier. Jeder Rusch ist ein echter Rusch. Seine Kunst ist eine ehrliche Kunst.

Hinter die Dinge

Ein Stück seiner Leinwand ist weitaus mehr als eine eindimensionale Momentaufnahme. Rusch zeigt, was den Dingen voraus und zugrunde liegt, wie Ihnen ein Blick auf die Pisa-Turm-Buch-Studie zeigt.

Tief ist der Brunnen, aus dem Jens Rusch schöpft. Ihn zu ergründen, reicht eine halbe Stunde nicht aus, auch nicht ein halbes Menschenleben.

Danke für Ihre Geduld.