Ausstellung Altea 2011

Aus Jens Rusch
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Plakat von Johannes Evers

Ausstellung

Altea 2011. Prof. Eberhard Schlotter (rechts) und Jens Rusch bei Vorgesprächen zur Ausstellung in der Fundación E. Schlotter in Altea. Foto Sibylle Schorlemmer

Auszug aus der kleinen Ansprache Prof. Eberhard Schlotters


"1979, ich hatte gerade mit meinem Don Quichote begonnen, als Jens Rusch zu mir kam. Er war der erste einer Anzahl Schüler die in den kommenden Jahren zu mir kamen, vielleicht der Begabteste von Allen, hatte als Elektriker gelernt und wollte bei mir Malen lernen.

Dann sah er mir bei der Arbeit am Don Quichote zu und interessierte sich sehr für die Radierung. Man merkte ihm deutlich an, dass ihm die <radiertechnik besonders lag. Es war für mich ein Vergnügen, zu sehen, wie er sich in kurzer Zeit entwickelte.

1982 hörte er bei mir auf und ging eigene Wege. Das sind nun bald 30 Jahre her und nun wollen wir uns einmal seine Arbeiten ansehen in meiner Stiftung zu der er eingeladen wurde. [.....]"


"En 1979, nada mas haber empezado con mi gran obra del Don Quijote llegó Jens Rusch a mi casa. Fue el primer alumno de una serie de estudiantes en los próximos años, para mí, tal vez el más dotado de todos. Jens antes había aprendido como electricista y ya pensaba aprender el arte de pintar. Entonces me vio en el trabajo de Don Quijote y estaba muy interesado en el grabado. Se notaba claramente que fue especialmente interesado en el grabado. Ha sido un placer para mí ver cómo se ha desarrollado en poco tiempo. En 1982, se detuvo en mí y se continuaba a su manera. Ahora se han pasado casi 30 años y ahora vamos a ver su trabajo de nuevo en mi fundación a la que fue invitado. [.....]"


Die Ausstellung selbst war für beide Künstler, den Lehrer wie den ehemaligen Schüler von großer Bedeutung. Zur Vernissage waren viele Alteaner Künstler anwesend, die voller Respekt und in freundschaftlicher Erinnerung miteinander umgingen.

Die Ausstellung findet im April 2011 in der Fundación Eberhard Schlotter im spanischen Altea statt. Gezeigt werden primär Studien und Radierungen aus der Ausbildungszeit 1979 bis 1982. Entsprechend lassen sich die Entwicklungen in der Darstellung und in den technischen Fertigkeiten ablesen. Obwohl die nachstehenden Abbildungen nicht in jedem Fall chronologisch zu verstehen sind, wird diesem Umstand Rechnung getragen. Die Ausstellung beinhaltet auch Arbeiten, die nach dem Studium entstanden. Von 1982 bis 1984 in Altea la Vieja und von 1985 bis 1995 in Callosa de Ensarria wo Jens Rusch jeweils ein eigenes Atelier mit Druckwerkstatt betrieb.

"Llegada a Altea" Aquatinta (unverkäuflich)
"Salida de Altea" Aquatinta (unverkäuflich)

Studien und Skizzen

Während der gesamten Ausbildungszeit gingen den Radierungen, ganz gleich in welcher Technik, Studien und Skizzen voraus. Das Erste, was der Radierer zu lernen hatte, war also, seitenverkehrt zu denken und auf der Kupfer- oder Zinkplatte auch seitenverkehrt zu zeichnen oder zu malen. Zudem mußten feinste Töne in entsprechende Ätzzeiten umgedacht werden. Hier beginnt ein weitgehend abstrakter Fertigungsweg, der dem Künstler eine hohes Mass an Gedächtnisarbeit abverlangt, denn auf dem eigentlichen Arbeitsmaterial, der Kupferplatte wird das bereits Geschaffene mit jedem Arbeitsgang labyrinthischer. Das eigentliche Bild befindet sich bis zum erlösenden Andruck ausschließlich in seinem Kopf. Der Abdecklack, der syrische Asphaltlack, ist und bleibt unverändert tiefschwarz sichtbar, verdeckt aber bereits geätzte Nuancen in allen erdenklichen Schattierungen. Solche Vorgänge würden vermutlich jede Festplatte sprengen. Rettung bringt nur der Blick auf die Skizze. Zumindest als Erinnerung an das, was man eigentlich vorhatte zu schaffen.


Kohle-Studien

Die Studien sind unverkäuflich.

Erste Schritte 1979

Das Studium 1979 bis 1982

Aquarelle und Zeichnungen


Fotos

Altea la Vieja 1982 bis 1984

"Buchbinderei" Rdaierung und Aquatinta von zwei Platten

Callosa de Ensarria 1985 bis 1995

Radierungen

Wenn nicht ausdrücklich anders vermerkt, entstanden die nachstehenden Radierungen auf Kupferplatten und wurden in eigenen Werkstatt auf Bütten handgedruckt. Der überwiegende Teil dieser Motive entstand zwischen 1982 und 1995 in den spanischen Ateliers in Altea la Vieja und Calossa de Ensarria. Demzufolge dominieren Landschaften, an deren Stelle heute allzu häufig Wohnanlagen und Bungalows stehen. Jahrhunderte alte Algarrobos (Johannisbrotbäume) und knorrige Olivenstämme erhielten in diesen Radierungen sozusagen einen Nachruf.

Es wird aber auch etwas Anderes in diesen Arbeiten von Jens Rusch ablesbar: Wenn auf der einen Seite das Streben nach technischer Verfeinerung des während der Ausbildung im Atelier Eberhard Schlotters Erlernten sichtbar wird, zeichnet sich auch eine zunehmende Anpassung an die Anforderungen des deutschen Grafik-Marktes ab. Bedeutende Editionen wie die Kestner-Gesellschaft in Hannover und Graphik International in Stuttgart begannen, diese Blätter sehr erfolgreich zu vermarkten. Regelmäßige Präsenz in den Editionen der Magazine "Schöner Wohnen" und "Wirtschaftswoche" forderten ihren Tribut. Von dieser zunehmenden Prägung konnte sich der Künstler erst gegen Ende der neunziger Jahre lösen, als seine Frau Susanne eine eigene Edition gründete.

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Einladung

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Pressespiegel, Reden und Kommentare

Altea-Info
(C.-M. Frölich)
Jens Rusch – Prägende Jahre in der Schlotter Stiftung Altea

[Den Artikel auf deutsch lesen] 02.04.2011

Kunst/Kultur



Schlotter & Rusch

Jens Rusch ist in Altea längst kein Unbekannter, auch wenn er nach seiner wahrlich prägenden Ausbildung unter Professor Eberhardt Schlotter in Altea mehr in Callosa d´En Sarriá lebte und arbeitete, international in Italien, Spanien, Korea, Thailand etc., und vor allem auch in Deutschland zu großem Ruhm kam, erinnert er sich gern an sein Schaffen in Altea. Hoch ausgezeichnet wurde er und sogar den Weg in´s Who is Who hat Rusch geschafft, nun stellt sich Rusch mit einem Workshop und einer Ausstellung seiner Alteaner Vergangenheit.

Er hat den Schulterschluss mit seinem alten Meister Eberhardt Schlotter offensichtlich gefunden, man spricht heute mit Hochachtung auf Augenhöhe miteinander, das entspannt die kreative Arbeit der beiden und so war es auch möglich, nicht ohne die Vermittlung und die ausgezeichneten Ideen der Schlotter-Tochter Sibylle Schorlemmer, eine Gemeinschaftsausstellung auf den Weg zu bringen.

Die Vernissage wird am 09. April sein, ab 20.00h lädt die Eberhardt Schlotter Stiftung zur Ausstellung ein, bis zum 18. Mai bleiben die eindrucksvollen Werke anzusehen in der Costera dels Matxos 2 immer dienstags bis samstags von 10.00h bis 13.00h und von 17.00h bis 20.30h.

Parallel zur Ausstellung und in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule UMH Bellas Artes in Altea gibt der Maler Jens Rusch einen Workshop „Grabadores por excelencia“, in dem es natürlich um Stiche und Ätzungen geht, als Gastdozent ist auch Eberhardt Schlotter in der UMH dabei. Der Workshop läuft vom 08. April bis 18. April.

“Das Bild hat immer das letzte Wort” überschreibt Rusch seine Biografie, die Einiges zu bieten hat, aber nur erahnen lässt, welch kreatives und sympathisches Genie sich dahinter verbirgt.


(C.-M. Frölich)


ALTEA-INFO

Jens Rusch in der Schlotter Stiftung Altea – Prägungen ganz besonderer Art 21.04.2011 Kunst/Kultur


Der deutsche Künstler Jens Rusch stellt derzeit und noch bis zum 18. Mai in der Schlotter Stiftung Altea bei seinem ehemaligen Lehrer Eberhard Schlotter aus und gibt einen großartigen Einblick in seine künstlerische Entwicklung, die Prägung seiner arbeiten, und das im doppeldeutigen Sinn. Prägung ist hier eben nicht nur im Tiefdruck gemeint, sondern, so Rusch, natürlich auch menschlich zu verstehen. Als umtriebigen und vielseitigen, immer interessierten Künstler können wir Rusch kennen lernen, der nicht einmal Zeit fand, im letzten Jahr seinen 60. Geburtstag zu feiern, und es auch in diesem Jahr, am Dienstag nach Ostern, zeitlich nicht hin bekommen wird. Immer ist Rusch in Bewegung, voller Dankbarkeit und Ausgeglichenheit, die ihn das Leben lehrte.

Zu seiner Beziehung zu Schlotter meint Rusch heute besonnen und mit Hochachtung: „Schlotter drückte es richtig aus, in der Kunstszene sind wir beide schon fast Fossilien. Schlotter beurteilt das Leben und auch seine Situation mit großer Ehrlichkeit ohne Attitüden. Vielleicht bin ich der Schüler, der seinem Weltbild und seinem Handwerk am nächsten ist, wir haben eine große Schnittmenge, ähnliche Ideale, und für Schlotter gilt es, eine Stafette weiter zu geben, dazu hat er vielleicht in mir den Richtigen gesehen.“

Zur Costa Blanca meint Rusch auf die Frage der künstlerischen Entwicklung: „Auf mich hat die Zeit hier an der Costa Blanca ohne Frage nachhaltige Wirkung gezeigt. Ich hinterfrage Dinge grundsätzlich, das ist eine Erfahrung die ich von hier mitgenommen habe. Und vielleicht den latenten Surrealismus. Meine Herbstausstellung in Schönberg heißt nicht ohne Grund auch `Hinter die Dinge` (Schönberg, 14.08.11 bis 27.11.11). Wenn ich vergleichen soll, was ich bei meiner Landung in Altea im Jahr 1972 hier künstlerisch vor fand und wie es sich heute entwickelt hat, so ist diese Entwicklung zwar ganz normal, aber trotzdem ein wenig bedauerlich, was keinesfalls an Altea liegt, sondern an den allgemeinen Gesetzmäßigkeiten. In 72 fand man hier qualitativ noch die Hochburg an, Künstler wie Rafael Alberti und unzählige andere hatten Altea als Künstlerkolonie entdeckt. Dies zieht zwangsläufig eine Infrastruktur nach sich mit Galerien und Hobbykünstlern, die Qualität wandelt sich zu Mittelmäßigkeit, das ist ganz normal.“

Die Arbeit mit der Universidad Miguel Hernández, die ebenfalls Teil des Aufenthalt Ruschs in Altea ist, beschreibt der deutsche Künstler so: „Wie auch in Deutschland ist die universitäre Arbeit viel zu reglementiert. Man lässt durch Vorschriften den Studenten keinen Raum für Experimente. Wie sollen sie da Ideen und Kreativität entwickeln? Um zum Beispiel mit Asphaltstaub arbeiten zu können muss ich eine Gasflamme entzünden, das darf innerhalb der Gebäude nicht sein, also muss ich mit den Studenten in den Patio ausweichen – wie soll da experimenteller Geist entwickelt werden??“ Gemeinsam mit der Schlotter Tochter Sibylle Schorlemmer nutzt Rusch deshalb gern den von ihr geprägten Begriff der „Schlotter Schule“ für die geistige experimentelle Entwicklung, denn Schlotter lehrte zum Beispiel auch Rusch, dass Fehler einfach dazu gehören, um Kunst entstehen zu lassen, dass Experimente unerlässlich sind um einen kreativen Geist zu formen, das will auch Rusch in seinen Seminaren an seine Studenten weiter geben.

Hilfreich bei seinen künstlerischen internationalen Erfahrungen ist Rusch seine Mitgliedschaft in der freimaurerischen Künstlervereinigung Pegasus, denn hier, so Rusch, findet er die Symbolik und Metaphorik, die er schon immer verwandte, muss sich nicht verbiegen und sieht seine Vorstellungen zur Bewahrung von Ethik und Moral bei Pegasus und den Freimaurern komplett wieder gespiegelt, bekommt so auch Feedback von gleichgesinnten internationalen Künstlern. In seinem Engagement hat Rusch denn noch die Zeit gefunden, das Freimaurerlexikon Freimaurer-Wiki mit 1600 Inhaltsseiten zu schaffen, unterstützt von schweizer und österreichischen Brüdern, wie er sagt, die in Österreich das Internet eigentlich gar nicht nutzen.

Umtriebig und engagiert wie man Rusch kennt, bereitet er schon auch die nächste Ausstellung im Kulturhof Itzehoe (ab 30. Oktober 2011) vor, eine sehr persönliche Ausstellung unter dem Titel `Die geschenkte Zeit`, denn im Oktober ist Rusch 10 Jahre tumorfrei, nach seinem Zungentumor eine tatsächlich geschenkte Zeit, die ihm vor 10 Jahren niemand wirklich zugetraut hätte. Aus Dankbarkeit schöpft er die Kraft für sein Tun, ist in der Paliativunterstützung aktiv, veranstaltet Sammlungen wie die Wattolympiade zu Gunsten der Paliativstationen und will mit diesen Arbeiten anderen Krebspatienten Mut machen. Mit seinem vor 10 Jahren entstandenen Bild `Ein Himmel voller Geigen`, das Rusch damals kleinformatig erarbeitete, will er heute 10 Mal so groß zeigen, wie er mit Mut und Kraft den Kampf gegen Krebs aufgenommen hat. Die Malerei hat ihm dabei geholfen. Rusch: „Die Therapeuten damals in der Klinik haben mir eine Maltherapie angeboten, nicht wissend was ich seit je her meinen Beruf nenne. Malen hilft.“

Die Ausstellung in der Fundación Eberhard Schlotter Altea zeigt primär Studien und Radierungen aus der Ausbildungszeit 1979 bis 1982. Entsprechend lassen sich die Entwicklungen in der Darstellung und in den technischen Fertigkeiten ablesen. Die Ausstellung beinhaltet auch Arbeiten, die nach dem Studium entstanden. Von 1982 bis 1984 in Altea la Vieja und von 1985 bis 1995 in Callosa d` En Sarriá wo Jens Rusch jeweils ein eigenes Atelier mit Druckwerkstatt betrieb.

Mehr ausführliche Info zu Jens Rusch im Internet bei jens-rusch.de

Fotos: wach

(C.-M. Frölich)

Links

  • Homepage der Eberhard Schlotter-Stiftung in Altea/Spanien
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